"Das ist das Paradox des Riffs: eine Welt, die von reiner und außergewöhnlicher Sinnlichkeit scheint, doch größtenteils außerhalb des uns eigenen Sinnenbereichs existiert." Julia Whitty, Dokumentarfilmerin, Wissenschaftlerin und Taucherin, gelingt es, diese Welt in all ihren Farben abzubilden und sinnlich erfahrbar zu machen: Indem sie drei Korallenatolle im Südpazifik beschreibt - Funafuti, Moorea und die haireichen Gewässer von Rangiroa -, führt uns die Autorin buchstäblich unter die Oberfläche gewöhnlicher Reiseerzählungen.
Ein profundes, anschauliches Buch, das "nichts weniger als ein Kompendium des Lebens im Ozean" ist, zeigt ein begeisterter Rezensent Michael Allmaier an: und zwar ein "mehrfach preisgekröntes" populäres Wissenschaftsbuch der angelsächsischen Tradition. Die Meeresbiologin Julia Whitty bereite darin fast beiläufig mit großem erzählerischen Talent ein ungeheures Wissen aus, hebe eine uns fremde Welt aus der Tiefe "in ein Licht, das uns vertrauter ist". Fasziniert erfährt Allmaier vom Schlaf der Delphine, den Sphären der Korallenriffe in der Südsee oder den unterschiedlichen Hörorganen der Fische. Lediglich eine Säule, auf der das Buch steht, sieht der Rezensent ein wenig wanken: Whittys Versuch, die hochkomplexen Zusammenhänge aller Daseinsformen im Meer ausgerechnet mit "noch komplexeren" altindischen Heilslehren zu erklären. Trotzdem sei dies auf die ihm eigene meditative Art ein höchst engagiertes Buch, das auch die ökologischen Gefahren thematisiere.
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