Herausgegeben von der Kunststiftung NRW. Aus dem Spanischen von Henriette Terpe und Frank Henseleit. Buenos Aires in den 1940er Jahren. Marta und Carlos María, Cousine und Cousin, wachsen zusammen wie Geschwister in der Familie Hilaire auf. Wilde Kinderspiele auf dem weitläufigen Besitz wandeln sich im Lauf der Zeit zu anspruchsvollerem Zeitvertreib. Das Älterwerden bringt ein neues, irritierendes Interesse aneinander mit sich. Die Jahre vergehen, aus kindlichen und pubertären Neckereien entsteht ein verbotenes erotisches Spannungsfeld der Anziehung und Abstoßung. Als Rolando in Martas und Carlos Marías vertrauten Kosmos eindringt, scheinen sich die Beziehungen schmerzhaft zu klären. Carlos María ist zerrissen zwischen Eifersucht und heroischem Verzicht - bis ein rätselhafter Brief seines Vaters ihn auf die Spur eines Familiengeheimnisses bringt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.07.2018
Rezensent Paul Ingendaay weiß, warum er liest, wenn er Julio Cortazars aus dem Nachlass herausgegebene Erzählung vor sich hat. Die pure literarische Klasse und "hinreißende" Plastizität des 1948 verfassten Textes um ein Geschwisterpaar in Inzestgefahr, der noch nichts von Cortazars späterem Spiel mit dem Fantastischen hat, wie Ingendaay feststellt, findet er höchst überzeugend. Vor allem aber lädt ihn der Text ein in ein Reich verbotener Nostalgie. Die Übersetzung von Henriette Terpe und Frank Henseleit überträgt Cortazars klares, elegantes Spanisch genau ins Deutsche, verspricht der Rezensent.
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