Aus dem Spanischen von Gisbert Haefs. Der Autor H. Bustos Domecq ist weltberühmt, dabei existiert er gar nicht: Jorge Luis Borges und Adolfo Bioy Casares, beide in Buenos Aires geboren und beide ebendort gestorben, haben ihn erfunden und unter seinem Namen eines der witzigsten Bücher der modernen Weltliteratur geschaffen. Brillant nutzen die Autoren in "Die Chroniken von Bustos Domecq" die Form abgeschmackter Klatschkolumnen; und in den "Neuen Geschichten" liefern sie den schlagenden Beweis, wie ein schlechter Schriftsteller auch den besten Plot ruinieren kann. Mit diesem Band ist die Werkausgabe des großen Schrifstellers aus Argentinien abgeschlossen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 29.07.2010
Muss man die "Chroniken von Bustos Domecq" wirklich lesen?, fragt sich Rezensent Leopold Federmair nach der Lektüre des von Jorge Luis Borges gemeinsam mit Adolfo Bioy Casares geschriebenen Erzählbandes. Damit schließt er sich dem "erfrischend" direkten Kommentar des Borges-Übersetzers Gisbert Haef an. Hätte jeder der beiden Autoren alleine an den Geschichten gearbeitet, so gibt der Rezensent den Übersetzer wieder, wären es wohl "spannende" Erzählungen geworden. So aber erschienen diese "doppelbödigen Kunststücke" beinahe "absichtlich verdorben". Auch die Sprache dieser "Exerzitien im Fach des höheren Blödsinns" ließe ernsthafte Bestrebungen vermissen und wirke ungewohnt "preziös", ergänzt Feldmair. Zumindest für Borges- oder Bioy-Kenner ergibt sich die Möglichkeit, die gemeinsamen Werke der beiden Autoren mit den eigenständigen zu vergleichen, so der offenbar nicht besonders überzeugte Kritiker.
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