Juri Andruchowytsch

Kleines Lexikon intimer Städte

Autonomes Lehrbuch der Geopoetik und Kosmopolitik
Cover: Kleines Lexikon intimer Städte
Insel Verlag, Berlin 2016
ISBN 9783458176794
Gebunden, 416 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Ukrainischen von Sabine Stöhr. Juri Andruchowytsch hat viel Zeit investiert, um sich mit fremden Städten anzufreunden, die ihm Schutz und Ruhe gewähren sollten. In manchen ist er eine Weile hängengeblieben. Eine Gasse in Antwerpen, chimärisch, als wäre sie von Bruno Schulz erfunden. Soziologie der Straßenmusik in Berlin. Mit Andrzej Stasiuk im hundertgeschossigen InterContinental in Bukarest. Zu Besuch im tragischen Museum in Charkiw. Unterwegs durch verlassene Gärten in Detroit. Novi Sad. Odessa. Paris. Prag. Stuttgart. Toronto. Ushgorod. Venedig. Ein Alphabet der 44 Städte auf drei Kontinenten.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.11.2016

Judith Leister lässt sich gerne von Juri Andruchowytsch auf alphabetisch-autobiografische Weltreise mitnehmen. Dabei besucht der Autor Charkiw auf den Spuren des Holodomor, macht sich in Czernowitz Gedanken über Rose Ausländer und Paul Celan und gleicht das heutige Drohobytsch mit jenem aus den Aufzeichnungen Bruno Schulz' ab, fasst die Rezensentin angeregt zusammen. Doch auch der Westen kommt zu seinem Recht, versichert Leister, Berlin, die USA, und, ja, auch die Schweiz sind vertreten (mit Aargau und Zug sogar jeweils ganz am Anfang und Ende des Buches), wobei Andruchowytsch im Westen vor allem einen "Überfluss und gewisse Skurrilitäten des Kulturbetriebs" feststellt, wie die Rezensentin bemerkt.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 05.11.2016

Carmen Eller stört es nicht, dass Juri Andruchowytsch in diesem Buch weniger über Städte als über sich selbst berichtet. Im Gegenteil, die "Lach- und Sachgeschichten" aus dem Leben eines Schriftstellers, von Literaturgroupies und aus der Schreibwerkstatt, findet sie größtenteils unterhaltsam und anregend. Der Leser dürfe nur nicht auf die Idee kommen, mit dem Buch in der Hand die 39 Orte zu erkunden zu versuchen, zu denen der Autor führt, Odessa, Uschgorod oder Detroit, warnt Eller. Andruchowytschs geografisch grundierte Autobiografie ist eher dazu imstande, die Leserin auf wenngleich auch gewinnbringende Weise auf Abwege zu führen, meint sie.

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