Illustriert von Julie Völk. Eine einzigartige Gedichtanthologie von Jutta Richter, zum Vorlesen und Selberlesen. Julie Völk hat den Band mit ihren Zeichnungen versehen: ein wunderbares Geschenkbuch für kleine und große Leute oder für alle, die Gedichte lieben.Ihr ganzes Leben hat Jutta Richter Gedichte geschrieben, die besten sind hier versammelt. In ihrer Lyrik streifen wir durch die Jahreszeiten: "Ich trag ein apfelgrünes Kleid, ich hüpfe über Pfützen, die Tauben gurrn. Es ist so weit: Frühling wohnt unter Mützen." Uns begegnen Fabelwesen wie das Traumel ("Das Traumel wohnt in meinem Kopf / es ist ein wildes Tier"), wir lachen und verdrücken Tränen und sind geborgen im Sommer, der "wie Himbeereis" schmeckt. Wir lauschen dem Konzert der Raben und der Dohlen, sorgen uns um einen "armen Hund" und lachen über die Taubenengel. Und über dem "Kinderzimmerwald" ist es der "Brennesselengel", der uns beschützt. Wenn zwei zusammen träumen, dann sind sie nicht allein, dann können sie ein Löwe, ein Fisch und eine Möwe und einfach alles sein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.04.2026
Gleich vier neue Lyrikbände für Kinder kann Rezensent Nico Bleutge entdecken: Jutta Richter lässt sich in ihrem Auswahlband einen Haufen Fantasiefiguren einfallen, die die Ähnlichkeit von Traum und Gedicht beweisen. So zum Beispiel die "Königin von Uelzen", die nur "daumennagelgroß" ist und in einem einzigen Wort Platz findet, für Bleutge Zeichen dafür, wie wichtig Tiere in der Kinderlyrik sind, denn sie sind, wie die kleinen Leserinnen und Leser selbst, in der Lage, eigene Welten zu bevölkern und das andere sprachlich greifbar zu machen. Motor der Gedichte ist der Reim, denn "beim Reimen fängt es an, / weil mans besser merken kann", eine Kontinuität der Texte, die der Kritiker in den Illustrationen Julie Völks wiederfindet: Sie stattet das Buch mit Eisenbahnschienen aus, die durch die gelungenen Gedichte fahren.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…