K. J. Reilly

Das Verhalten ziemlich normaler Menschen

Roman. (Ab 14 Jahre)
Cover: Das Verhalten ziemlich normaler Menschen
dtv, München 2024
ISBN 9783423650403
Paperback, 352 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Ute Mihr. 1.700 Kilometer - Lachen, Tränen, Wut und Liebe. Asher Hunter will Rache. Er will sich an dem Mann rächen, der betrunken seine Mutter totgefahren hat und vor Gericht durch einen Formfehler ungestraft davongekommen ist. Asher besucht gleich mehrere Trauergruppen, und er findet dort unerwartet Freunde: Da sind Sloane und Will, die etwa so alt sind wie er, und da ist der 80-jährige Henry. Sie alle verbindet, dass sie ihren liebsten Menschen verloren haben. Gemeinsam begeben sie sich auf einen Roadtrip von New Jersey nach Memphis, Tennessee. Was Asher den anderen verschweigt: Er will dort den Mörder seiner Mutter töten. Tausende Kilometer, jede Menge Caesar Salads und einen filmreifen Kuss später steht er vor der Entscheidung seines Lebens. Und wählt: das Leben.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 27.01.2025

Asher, der Protagonist von K.J. Reillys Jugendroman, ist 17 Jahre alt und hat vor einem Jahr seine Mutter bei eine Autounfall verloren, für den er gleichzeitig sich selbst die Schuld gibt und sich anderseits am betrunkenen Fahrer des LKWs rächen will, erklärt Rezensentin Jana Magdanz die Prämisse des Buches. Asher geht in eine Trauergruppe, um den Tod seiner Mutter zu verarbeiten und lernt dort drei Menschen kennen, die mit ihm auf einen Roadtrip gehen, um den LKW-Fahrer zu finden: Henry, der die Urne seiner toten Frau überallhin mitnimmt, Will, dessen kleiner Bruder gestorben ist, und die vaterlose Sloane, erfahren wir. Der Reiz des Buches geht für Magdanz vor allem von der Fähigkeit Reillys aus, die komplexen Emotionen Trauer, Liebe und Wut mit "liebenswerten Charakteren" zu verbinden und so ein einfühlsames Porträt eines Verlusts zu zeichnen, schließt die Kritikerin.  

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.11.2024

Ein trauriges, aber auch tröstendes Buch über den Umgang mit dem Tod geliebter Menschen hat K. J. Reilly laut Rezensent Steffen Gnam geschrieben. In ihm unternehmen, lesen wir, vier sehr unterschiedliche Figuren eine Reise nach Memphis, genauer gesagt zur Elvis-Ranch Graceland. Sie alle haben wichtige Menschen verloren, die Hauptfigur Asher etwa seine Mutter. Er selbst will  eigentlich gar nicht zur Elvis-Pilgerstätte, sondern sich an dem Mann rächen, der Schuld an diesem Verlust trägt. Gut zu fassen bekommt das Buch laut Rezensent das Seelenchaos, das ein Verlust mit sich bringt, und das heruntergekommene Memphis erweist sich als gut geeigneter Schauplatz für die sehr unterschiedlichen Formen der Trauerarbeit der vier Hauptfiguren. Letztlich kommen hier Lebende und Tote zusammen, jede der Figuren findet einen eigenen Weg, mit dem Verlust umzugehen, freut sich Gnam, der dieses wohltemperierte Buch Erwachsenen wie auch jungen Lesern ans Herz legt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 24.10.2024

K.J. Reilly hat eine erfrischende Road Novel geschrieben, lobt Rezensentin Sylvia Schwab: Vier Personen sind unterwegs, alle haben sie einen Menschen aus ihrem nächsten Umfeld verloren. Asher, der die Geschichte erzählt, gibt sich beispielsweise selbst die Schuld am Tod seiner Mutter, der alte Henry schleppt die Asche seiner Frau mit sich herum und fordert, dass die Gruppe auf ihrem Roadtrip nie mehr als 35 Meilen pro Stunde fährt. Zwischen Nachdenklichkeit, Witz und Hoffnung bewegt sich dieses Buch, so Schwab, die darin auch eine Menge über die tröstende Kraft der Freundschaft lernt.

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