Karen van den Berg

Große Kunst

Hyperwachstum in der Studiopraxis
Cover: Große Kunst
tentare Verlag, Freising 2025
ISBN 9783911804028
Broschiert, 384 Seiten, 34,00 EUR

Klappentext

Mit zahlreichen Abbildungen. Im Maschinenraum der Gegenwartskunst: Karen van den Berg analysiert künstlerische Großproduktionen im Spannungsfeld von Luxusökonomie und Aktivismus, Marktlogik und Autonomieanspruch. Für die Kunstbiennalen des 21. Jahrhunderts sind spektakuläre und raumgreifende Installationen stilprägend. Seither gleichen Künstlerstudios mehr und mehr mittelständischen Unternehmen. Darüber hinaus entstanden hochgradig spezialisierte Fabrikationsbetriebe, in denen Heerscharen von Künstler:innen und Handwerker:innen den international gefeierten Stars zuarbeiten. Die Studie "Große Kunst" gewährt Einblicke in den Maschinenraum der gegenwärtigen Kunstfabrikation. Sie zeichnet die Folgen und Effekte eines managerial turn in den Künsten nach und legt Fallstudien zur Studiopraxis von El Anatsui, Olafur Eliasson, Katharina Grosse, Damien Hirst, Jeff Koons und einzelnen Kunstfabrikationsfirmen vor. Dabei zeigt sich, dass die schieren Größendimensionen immer neue Professionalisierungsschübe zur Folge haben und nicht nur den Produktionsapparat verändern, sondern auch die Idee selbstbestimmter künstlerischer Arbeit überhaupt.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 16.01.2026

Rezensentin Beate Scheder empfiehlt das Buch der Professorin für Kunsttheorie Karen van den Berg. Die Autorin untersucht den Größenwahn in der Kunstpraxis, den Drang immer größer und aufwändiger zu produzieren. Die Beispiele von Katharina Grosse bis Olafur Eliassson findet Scheder überzeugend, zeigen sie doch, welch gigantischer Organisationsapparat mitunter hinter der Kunst steckt und dass dieser mehr und mehr dem einer professionalisierten Fabrik ähnelt. Ob die Kunst dadurch gewinnt oder verliert, darauf legt sich die Autorin nicht fest, so Scheder. Die Interviews und Studiobesuche, auf die die Autorin ihre Darstellung stützt, enthüllen jedenfalls die "unsichtbare" Seite der Gegenwartskunst, meint Scheder.

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