Dirk Boll

Was ist diesmal anders?

Wirtschaftskrisen und die neuen Kunstmärkte
Cover: Was ist diesmal anders?
Hatje Cantz Verlag, Berlin 2020
ISBN 9783775748117
Gebunden, 256 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Kunst zu sehen, zu hören und zu fühlen ist die eine - zu wissen, wie Kunst vertrieben, gehandelt und geschätzt wird, die andere Seite der Medaille. Denn ob Börsen- oder Museumsparkett, beide teilen sich eine eng verwobene Geschichte. Der erfahrene Kunsthändler und -vermittler Dirk Boll erzählt sie anhand einer faszinierenden Konstante: Alle 10 Jahre durchleben Kunst- und Wirtschaftsmarkt eine tiefgreifende Erschütterung oder Transformation. Ob die Wirtschaftskrisen von 1990 oder 2010, das Platzen der ersten Internetblase 2000 oder die Corona-Krise - jedes Jahrzehnt findet zu einer gänzlich eigenen Taxierung der Kunst. Dies zumal im Kontext der digitalen Entwicklung vom virtuellen Viewing Room bis hin zu neuen Distributionsmöglichkeiten, durch die die Kunstwelt aktuell ihre nachhaltigsten Veränderungen erfährt. Höchste Zeit also, Bilanz zu ziehen und Kunst mit neuen Augen zu sehen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.02.2021

Rezensentin Ulla Fölsing liest die Studie des Christie's-Managers Dirk Boll als zeitgemäße wie komplexe sozioökonomische Analyse des Kunstmarktes im Wandel. Wie sich die Vermarktung von Kunst unter dem Eindruck von Krisen zwischen 1990 und heute verändert hat, erläutert ihr der Autor versiert, objektiv und mit Blick auf Themen wie Digitalisierung, Rassismus, Gender und Nachhaltigkeit. Dass die Pandemie die Rollen der Akteure neu bestimmt und sich der Kunstgeschmack ändert, vermittelt der Autor laut Fölsing umfang- wie kenntnisreich.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.12.2020

Es ist immer instruktiv, wenn ein Insider recht offen über seine Domäne spricht, und niemand kann sagen, dass Dirk Boll als Europapräsident von Christie's kein Insider des Kunstmarkts ist. Rezensentin Kathrin Jacobsen liest diesen Band, der durchaus ein erklärendes Werk sein will, als Überblick über die letzten Krisen des Kunstmarkts und deren Ursachen. Als tiefste Einschnitte beschreibe Boll die Jahre 1987 (Krise der Finanzmacht Japan, die den Markt für Impressionisten ins Bodenlose stürzen ließ), 2001 (der 11. September und der Crash) und 2009 (Finanzmarktkrise). Aber der Kunstmarkt, lernt Jacobsen von Boll, erhob sich stets wie Phönix aus der Asche, denn es waren stets die Krisengewinnler, die nun neu auf dem Kunstmarkt auftraten. Auch die Coronakrise wird hier schon reflektiert, ja geradezu akribisch durchleuchtet, so die Rezensentin. Boll beschreibe sie einerseits als Naturkatastrophe, andererseits als Zäsur in einem Prozess der Disruption und Digitalisierung, der schon längst im Untergrund wirksam war. Insgesamt hat die Rezensentin eine Menge Informationen aus dem Buch mitgenommen.

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