Wieke ist sauer. Sie mag weder Xandra, die neue Freundin ihres Vaters, noch deren nervige kleine Tochter. Und jetzt soll sie mit allen in ein italienisches Bergdorf in die Ferien fahren! Als auch noch Ken mitkommt, der geflüchtete Junge aus Nigeria, für den Xandra die Vormundschaft übernommen hat, hat Wieke endgültig die Nase voll. Tatsächlich hat auch Ken wenig Lust auf Ferien mit Leuten, die er kaum kennt. Meist verzieht er sich vor Xandras übertriebener Fürsorge und Wiekes Abneigung, oder er läuft allein im Dorf umher, immer auf der Suche nach Handyempfang, denn nichts fehlt ihm so sehr wie der Kontakt zu seiner Mutter. Dass man ihm oft mit Argwohn begegnet, kennt er schon. Als aber auch Wieke ihn des Diebstahls verdächtigt, ist es zu viel: Ken haut ab!
Rezensentin Karin Hahn gefällt das neue Kinderbuch "Wieke & Ken" von Karin Koch. Die Autorin beschreibt darin den Italienurlaub einer Patchworkfamilie aus der Perspektive von zwei Kindern, einmal Wieke, der Tochter von Vater Thorsten, die mit der Trennung ihrer Eltern vor zwei Jahren nicht klarkommt und deswegen nicht gut auf die neue Freundin Xandra und deren Kinder zu sprechen ist, und aus der Perspektive von Ken, das Adoptivkind Xandras, das aus dem afrikanischen Nigeria als "Hexenkind" geflohen ist, erklärt Hahn. Die Erzählung ist im Präsenz, nah am Geschehen und reflektierend geschrieben, wodurch sich die zwei Stimmen der Rezensentin zufolge kaum unterscheiden. Die Autorin nimmt die kindlichen Probleme der Protagonisten sehr ernst, ohne sie zu werten und schafft es, die typische Harmoniefalle am Ende zu vermeiden, schließt die Rezensentin.
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