"Glauben zum Anfassen"?
Am Turiner Grabtuch scheiden sich die Geister: Leidenschaftliche Glaubensbekenntnisse, Skepsis und Polemik erschweren oft die nüchterne Bestandsaufnahme von Fakten. Das Buch bietet einen seriösen Überblick über die neuesten Forschungsergebnisse. So gibt es z. B. handfeste Beweise dafür, dass das Grabtuch definitiv nicht aus dem Mittelalter stammen kann. Darüber hinaus erzählt das Buch von den vielen Begegnungsgeschichten, den Blickwechseln mit dem Mann auf dem Tuch.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.11.2018
Viel ist bereits über das Turiner Grabtuch geschrieben worden - und wenn es nach dem Althistoriker Karlheinz Dietz geht: zu viel. Dazu zählt Dietz auch diesen von Barbara Stühlmeyer und Karl Braun herausgegebenen Band, der ihm zwar durchaus "flüssig" geschrieben erscheint, leider aber allzu oft ins Unwissenschaftliche, auch Falsche abgleitet. Wenn hier Spezialisten wie Christoph Schönborn oder Ian Wilson angeführt werden, nimmt der Rezensent zwar interessante Einblicke. Dass Stühlmeyer und Braun aber bei aller Faszination für den Stoff Hypothesen verkürzen oder Quellen aus "Unkenntnis in ihr Gegenteil verkehren", findet Dietz ärgerlich. Die der Wikimedia entnommene Bebilderung macht es für den Rezensenten nicht besser.
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