Karl Bruckmaier

The Story of Pop

Cover: The Story of Pop
Murmann Verlag, Hamburg 2014
ISBN 9783867743389
, 352 Seiten, 29,99 EUR

Klappentext

Córdoba im Jahre 822: An diesem Punkt vor über 1000 Jahren beginnt Karl Bruckmaier seine visionäre Zeitreise durch die Geschichte der Popmusik. Folgen Sie ihm per Anhalter durch eine Galaxis aus Klang und Farben mit vielen unerwarteten Zwischenstationen. Ungewöhnliche Helden, magische Orte und wegweisende Ereignisse der Zeitgeschichte weben eine Erzählung der Story of Pop, wie es noch keine gibt. Zwischen Clash der Kulturen und Streben nach Glück: My life was saved by rock'n'roll!

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.05.2014

Der Titel von Karl Bruckmaiers "The Story of Pop" ist missverständlich, warnt Julian Weber, denn es geht dem Autor mitnichten um eine Erzählung über die angloamerikanische Popmusik, jedenfalls nicht im engeren Sinne. Bruckmaier schreibt vielmehr über verborgene Kontinuitäten in der Popmusik, die rückblickend kulturelle Grenzen verwischen, er schreibt über die Einflüsse des afroamerikanischen Jazz, über den persischen Musiker Zyriab, der im neunten Jahrhundert lebte und großen Einfluss auf die nordafrikanische und die iberische Musik hatte und über die Tropicana-Bewegung in Brasilien, fasst Weber zusammen. Pop sei "per definitionem in Bewegung", er befreie die Körper und diene der "Umwidmung einer totalitären Sicht auf das Leben in humane Alternativen", zitiert der Rezensent Bruckmaier, und in dieser Hinsicht sei das Buch selbst eine "schriftliche Nachahmung von Pop-Aufsässigkeit", meint Weber.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 30.04.2014

Rezensent Thomas Groß hat sich mit Karl Bruckmaiers Geschichte des Pop allerbestens unterhalten, obwohl der Popkritiker der "Zeit" hier bestimmt nicht viel Neues gelernt hat. Und doch - Bruckmaier macht alles anders, er erzählt die Geschichte des Pop nicht entlang der Stars, sondern entlang der Trommel und der eher unbekannten Helden der Popgeschichte: Bert Williams statt Hank Williams, Jacques de Vaucanson und Emil Berliner statt Edison. Bis ins maurische Andalusien des 9. Jahrhunderts, zu dem Sklaven und Musiker Ziryab geht Bruckmaier zurück, erzählt der ihm willig folgende Rezensent. Bei der Stange halten ihn nicht nur die Geschichten, sondern auch der Erzählton Bruckmaiers, der von der Popmusik gelernt hat, wann ein Break angesagt ist und wann ein Taktwechsel. So bekommt Popgeschichte ihren Flow!

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 15.03.2014

Sehr angetan ist Dirk Schneider von Karl Bruckmaiers "sehr subjektiver" Historiografie der Popmusik, und das nicht zuletzt, weil der Autor eine originelle Perspektive wählt: Nicht etwa von Elvis geht er aus, vielmehr verortet er eine Keimzelle der Popmusik in einem Moment des Kulturtransfers zwischen Orient und Okzident im 9. Jahrhundert, berichtet der Rezensent. Seinen Grund hat das darin, dass gerade der Moment der Überschreitung einer Trennlinie, an dem sich neue Identitätsmöglichkeiten bilden, für Bruckmaier konstituierend für Popmusik ist, so Schneider weiter. Auch die folgenden Stationen der Popmusikgeschichte von den frühen Jukeboxen über günstige Plattenspieler, die insbesondere in der schwarzen Community populär werden, bis hin zu der Situation von Pop, in der Gefühle mit jederzeit abrufbaren Drei-Minuten-Liedern codierbar werden, liest der Rezensent schon wegen Bruckmaiers ausgeklügelt referenzreicher Sprache mit großem Interesse. Dass er Bruckmaiers Passagen über die Sklaverei nicht nur wegen ihres schweren Tonfalls, sondern auch wegen unsensibler KZ-Analogien eher bleiern findet, will er zwar nicht verschweigen, den positiven Gesamteindruck aber trübt es nicht.

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