Die Zeit scheint sich zu beschleunigen, vor allem für Jugendliche. In immer schnelleren Rhythmen jagt ein Trend den nächsten. Die Zahl jugendlicher Lebensstile wächst explosionsartig. Fluktuation scheint das einzige Kontinuum im Meer jugendlicher Subkulturen zu sein ... Doch sind die jugendlichen Lebenswelten wirklich ein einziges Chaos? Oder gibt es doch ungeschriebene Regeln, Steuerungsprozesse, Logik und handfeste materielle Interessen? Existieren Gemeinsamkeiten zwischen den vordergründig so verschiedenen Stilen der Punks und Skinheads, Hooligans und Gothics, Jesus Freaks und Satanisten, Autonomen und Neonazis?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.05.2001
So jedenfalls nicht, meint der Rezensent. Gegen die Art, wie der Autor die seit den 90er Jahren entstandene Lücke im Bereich Subkulturforschung zu füllen gedenkt, hegt Thomas Eckardt schwere Bedenken. Die Schwierigkeit, in Zeiten zunehmender Individualisierung jugendliche Freizeit- und Alltagskulturen auf "heimliche Regeln" zurückzuführen, meistert das Buch seiner Ansicht nach nicht. Wenn der Autor Hip-Hopper, Raver und Skins über einen Kamm schert, indem er behauptet, beinahe alle Jugendkulturen wollten nichts mit Gewalt zu tun haben, scheint Eckardt eher die Gefahr einer vorschnellen Vereinfachung des Problems zu wittern: "Es gibt eben keine eindeutigen Gemeinsamkeiten in den Jugend(sub)kulturen", beharrt er.
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