Von den einen verketzert, von den anderen über die Maßen gelobt, muss Karl Ferdinand Gutzkow sicherlich zu den einflussreichsten deutschsprachigen Autoren seiner Zeit gerechnet werden und galt dennoch bis vor kurzem als nahezu vergessen. In jüngster Zeit jedoch mehren sich die Zeichen eines öffentlichen wie wissenschaftlichen Interesses an dem "Physiologen" der 1830er bis 70er Jahre, dem unermüdlichen und widerborstigen Romancier, Dramatiker, Publizisten und kritischen Beobachter Karl Gutzkow. Weniger bekannt hingegen ist Gutzkows erster Roman, "Briefe eines Narren an eine Närrin". Er erschien 1832 bei Hoffmann & Campe in Hamburg und wird Oktober 1832 in Preußen verboten, von Ludwig Börne in seinen "Pariser Briefen" dagegen sehr gelobt.
Als einen politischen und poetischen Feuerkopf sowie einen leidenschaftlichen Verehrer Jean Pauls stellt uns Rezensent Rolf Vollmann den Autor dieses Buchs vor, das 1832 erschienen, prompt verboten und schließlich vergessen wurde. Gänzlich unverständlich scheint letzteres für Vollmann indes nicht zu sein. Denn es sei zwar "ganz herrlich", wie Gutzkow schreiben kann, und natürlich sei es sehr verehrungswürdig, wie sich der junge Gutzkow für Freiheit, Frieden und die Republik stark gemacht habe. Dennoch stellt sich Vollmann die Frage, was man von dieser "ganzen sympathischen Emphase" eigentlich in der Hand hat. Nicht viel, ist Vollmanns ein wenig bittere Bilanz. Also bleibt ihm nur der Gerechtigkeit halber, das Buch als "damals bestimmt brillant" zu bezeichnen.
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