Karl May

Briefwechsel mit seinen 'Kindern' I

Band 95 der Gesammelten Werke
Cover: Briefwechsel mit seinen 'Kindern' I
Karl May Verlag, Bamberg/Radebeul 2020
ISBN 9783780200952
Gebunden, 608 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Briefe von und an Lu Fritsch und Adolf Droop, Marie und Ferdinand Hannes sowie Willy Einsle. Herausgegeben von Hartmut Vollmer, Hans-Dieter Steinmetz, Florian Schleburg und Wolfgang Hainisch. Mit Schwarzweiß-Abbildungen. Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts traten aus dem breiten Lesepublikum Karl Mays vier junge Menschen in Erscheinung, die dem Schriftsteller in besonderer Weise nahestanden und sich in der Zeit der zermürbenden Presse- und Prozesshetze für ihn engagierten: die Geschwister Marie und Ferdinand Hannes, Lu Fritsch und Willy Einsle. Dazu gesellte sich nach einiger Zeit noch der Philologe und Pädagoge Dr. Adolf Droop, der auch bereits eine wissenschaftliche Analyse von Mays Reiseerzählungen veröffentlicht hatte.Diese fünf Verehrer standen Karl May geistig und seelisch derart nahe, dass seine zweite Ehefrau Klara sie als seine "Kinder" bezeichnete. Die umfangreiche Korrespondenz der 'Kinder' mit Karl und Klara May wird in dieser zweibändigen, kritisch kommentierten Edition erstmals - und soweit möglich vollständig - veröffentlicht.Die vorgestellten Briefe bieten nicht nur wichtige und spannende, sondern auch bewegende, sehr private Einblicke in die Persönlichkeit des populären Schriftstellers; sie dokumentieren überdies das für Mays Biografie sehr bedeutende Engagement der 'Kinder' für den literarischen 'Outlaw' und ihre unermüdlichen, z.T. auch recht abenteuerlichen Bemühungen, den vielfach beschuldigten und geschmähten Autor öffentlich zu rehabilitieren.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 31.07.2020

Rezensent Harald Eggebrecht hat diesen "vorbildlich" editierten Band mit Briefen, die Karl May von fünf seiner treuesten Fans bekommen und an sie geschrieben hat, fasziniert gelesen: Ihm zufolge geben die Schriftstücke Einblick in die manische Persönlichkeit des Schriftstellers, der auch noch nach seiner öffentlichen Entlarvung als Hochstapler seiner Selbstüberschätzung frönte. Zugleich zeigt der Briefwechsel, dass Mays treueste Verehrer*innen ihrem Idol insofern gefährlich nahekommen, als ihre psychische Verfassung ähnliche Abgründe bietet, so Eggebrecht. Sehnsüchte, (Selbst)-Besessenheit, Enttäuschung und Verzweiflung liegen selten in solcher Intensität offen, staunt der Rezensent.

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