Karl Ove Knausgard

Im Herbst

Cover: Im Herbst
Luchterhand Literaturverlag, München 2017
ISBN 9783630875149
Gebunden, 288 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Norwegischen von Paul Berf. Mit Bildern von Vanessa Baird. Ein Kind wird zur Welt kommen. Und ein Vater setzt sich hin, um ihm zu schreiben. Er will dem Kind zeigen, was es erwartet, die Myriade von Phänomenen und Materie, Tieren und Menschen, die wir die Welt nennen. Er schreibt über die Sonne und den Dachs, über die Thermoskanne und Urin, über das Bett und die Einsamkeit, während das Kind im Dunkeln wächst. "Im Herbst" ist der erste Teil einer aus vier Bänden bestehenden Liebeserklärung an das Leben und die sinnlich erfahrbare Welt. Enthalten: Briefe an eine ungeborene Tochter, Reflektionen über alltägliche Phänomene.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.10.2017

Frank Junghänel nennt Karl Ove Knausgard einen Gott mit kleinen Fehlern, daher sein Erfolg. Dass der Autor nach seinem Mammutwerk nun den Blick weitet, indem er ihn verengt, findet Junghänel logisch. Die kurzen Betrachtungen, "Miniessays" über Äpfel, Wespen oder Fieber, findet der Rezensent hinreißend. Und wieder ist der Autor ein Gott, indem er die Welt beschreibend neu erschafft, dem Gewöhnlichen seinen Zauber wiedergibt, wie Junghänel erklärt. Das funktioniert laut Rezensent über Genauigkeit und eine Kreisbewegung, die den Leser immer wieder an den Anfang der Überlegung zurückführt. Junghänel freut sich jetzt schon auf weitere Bände der neuen Reihe.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.10.2017

Seinen sechsbändigen "Kampf"-Zyklus hat Karl Ove Knausgard kaum abgeschlossen, da macht er sich schon an das immerhin etwas kürzere Projekt der "Jahreszeiten". Rezensent Burkhard Müller folgt ihm dabei freudig, zumal "Herbst" mit dreihundert Seiten ja ein kurzer Spaziergang ist. Knausgard adressiert seine Alltagsbeobachtungen an seine anfangs noch ungeborene jüngste Tochter, und in den einzelnen Stücken herrscht ein Ton des Staunens und der Freude, so Müller. Ist der Mond nicht schön? Oder die Freiheit, einen Apfel zu essen? Knausgard schöpft das Glück aus dem Alltäglichen, doch Müller warnt davor, dies gering zu schätzen. Denn Knausgard schreibt nicht geistreich, sondern wahr, betont der Rezensent, etwa über den eigenen Urin: "Der kleine Gestank der eigenen Pisse verhält sich zum großen Gestank ähnlich wie die einzelne Zigarette zum Tod: mit einem leichten Kribbeln."

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