Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 11.04.2000
Thomas Fechner-Smarsly ist äußerst mißtrauisch gegen Bauern, die Romane schreiben. So ein Fall ist nämlich Autor Hans Herbjornsrud. Doch dann: "Es ist, als habe man einen Goldklumpen im Acker gefunden", jubelt der Rezensent. Inspiriert erzählt er, wie die Handlungen, die immer auf einem Hof spielen, "ins Unheimlich" kippen und dass dies der raffinierten Erzählstrategie des Bauern/Schriftstellers Herbjornsrud zu verdanken ist: "Je mehr von der Vergangenheit bloßgelegt wird, desto größer wird doch nur das eigentliche Geheimnis". Da gibt es blinde Türen, hinter denen vor vielen Jahren - vielleicht - ein Mord geschehen ist und Philosophiestudentinnen, die mehr vom Dachdecken als von Derrida verstehen. Der Autor erzählt mit "viel Sinn...für das Unheimliche im Heimeligen", lobt Fechner-Smarsly und prophezeit genußvoll, dass sich manchem Leser "sanft die Nackenhaare aufstellen" werden.
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