Marcel Proust (1871-1922), der in den mondänen Pariser Salons gern als Dandy und Snob auftrat, hat in seinem Romanzyklus "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" aus der Erinnerung eines Einzelnen das Leben einer Epoche eingefangen, die in der Katastrophe des Ersten Weltkriegs unterging. Sein Werk bricht mit den Tabus seiner Zeit und sucht Lebenssinn in den Umwälzungen der Moderne.
Franz Schuh gibt sich zunächst als Gegner eines Expertentums zu erkennen, das alle seine literarische Aufmerksamkeit einem einzigen "großen Mann" widmet. Unter diesem Aspekt lobt er die neue rororo-monografie zu Marcel Proust, die genug Information über den französischen Schriftstellers bietet, um über "bloß konversationstaugliche Halbbildung" hinauszugehen, ohne sich allzu akribisch und kleinkariert auf seinen Gegenstand zu stürzen. Wie von dieser Reihe gewohnt, werden auch in dem vorliegenden Band Leben und Werk Marcel Prousts gelungen miteinander verschränkt, lobt Schuh, dem besonders der Hinweis Biermanns auf die Beeinflussung des Proustschen Blicks durch die modernen Transportmittel Bahn und Automobil aufgefallen ist.
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