Katharina Geiser

Die Wünsche gehören uns

Roman
Cover: Die Wünsche gehören uns
Jung und Jung Verlag, Salzburg 2025
ISBN 9783990274132
Gebunden, 256 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Elise hat ein langes, arbeitsames Leben hinter sich, da landet sie von einem Tag auf den anderen in einem neuen: Nach dem Tod ihres Mannes wird sie von den Töchtern in ein Armenasyl eingewiesen. Zaghaft versucht sie sich einzufinden in einer Welt, für die sie nie bestimmt war. Eine Welt voller Menschen, Erwachsene wie Kinder, Kranke und Gesunde, die irgendein Schicksal oder auch nur ein unglücklicher Zufall hierhergeführt hat. Eine Welt, in der durch strikte Regeln versucht wird zusammenzuhalten, was kaum zusammenzuhalten ist. Aber auch eine Welt, die erst durch die Geschichten ihrer Bewohner lebendig wird. Und nicht zuletzt durch ihre Wünsche.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 10.04.2025

Gleich zwei Autorinnen, die diese Lebensphase noch gar nicht erreicht haben, schreiben über das hohe Alter, hält Kritikerin Nora Karches fest: Die Schweizerin Katharina Geiser setzt auf "Identifikation und Empathie", um die Geschichte von Elisa Linder zu erzählen, die 1953 mit 85 Jahren ins Armenhaus geht. Detailliert und aufmerksam erzähle Geiser, der Geschichte ihrer Ururgroßmutter nachempfunden, von den körperlichen Gebrechen der Frauen, von knochig-ausgezehrten Körpern, von immer brüchiger werdenden Stimmen. Zugewandt liest sich das für Karches, auch wie die Frauen kurz vor dem Tod Elises im Schlafsaal von einem kühlen Bier träumen und miteinander schnattern wie junge Mädchen. Die Rezensentin liest die freundlichen, wenn auch manchmal etwas pädagogischen, Schilderungen der Autorin gerne, es ist gelungen, ihr das Schicksal der alten Damen näherzubringen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.03.2025

Durchaus verdienstvoll findet Rezensent Rainer Moritz den neuen Roman von Katharina Geiser, die ihm hier auf Grundlage eingehender Recherche die bittere Geschichte der Schweizer Armenasyle erzählt. Wir begleiten hier die knapp achtzigjährige Elise, die von ihren Stiefkinder in ein solches Asyl abgeschoben wird, in dem zwischen Bibellesungen Mehlsuppe und altes Brot gereicht werden und sich die Bewohner ihre in Endlosschleife von ihren elenden Schicksalen erzählen. Genau da macht der Kritiker aber auch die Schwäche des Romans aus: Die Autorin, die ihrem Buch achtzig gezeichnete Porträts verschiedenster Armenhausbewohner anhängt, versucht so viele Figuren unterzubringen, dass Moritz bald den Überblick verliert. Dennoch: Figuren wie Elise oder auch die "sich unermüdlich kümmernde Nachtschwester Alice" vergisst der Kritiker so schnell nicht.

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