Der nachhaltige Schrecken, der von den sogenannten Speziallagern in der Sowjetischen Besatzungszone ausging, erklärt sich nicht zuletzt durch die hohe Sterblichkeitsrate unter den Lagerinsassen. Die Hauptursachen dafür waren Hunger und Krankheiten. In dem vorliegenden Band wird erstmals der Versuch unternommen, an einem Beispiel die medizinisch-sanitäre Situation in den Lagern zu analysieren. Wie reagierten die sowjetische Lagerverwaltung und deren Vorgesetzte auf den katastrophalen Gesundheitszustand der Gefangenen? Weshalb unterblieb eine angemessene medizinische Versorgung der Gefangenen selbst dann, als ausreichend medizinisches Personal zur Verfügung stand? Bei ihren Untersuchungen stützen sich die Verfasser auf die Berichte überlebender Insassen. Ausführlich werden russische Akten ausgewertet, die trotz unverkennbarer Apologetik erstaunliche Einblicke in die Lagerrealität ermöglichen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.10.2006
Instruktiv findet Wolfgang Schuller diese Studie über die katastrophalen Verhältnisse im sowjetischen Speziallager Buchenwald 1945-1950, die Kathrin Krypczyk und Bodo Ritscher vorgelegt haben. Durch Krankheiten, Hunger, miserable hygienische Verhältnisse, Ungeziefer und eine völlig unzureichende ärztliche Versorgung kam laut Schuller über ein Drittel der 189.000 Häftlinge zu Tode. Er unterstreicht, dass die Autoren nicht nur die Zustände im Lager untersuchen, sondern auch auf die gesundheitlichen Folgen der Haft nach der Entlassung eingehen. Die auf sowjetischen Akten und Häftlingsberichten basierende Untersuchung zeichnet sich seines Erachtens durch Umsicht und Genauigkeit aus, ohne gelegentlich mit "angemessenen scharfen Wertungen" zu sparen.
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