Das christliche Kreuz ist ein allgegenwärtiges und dabei schwer verständliches Symbol. Es ist aus den unterschiedlichsten Formen der Kunst nicht wegzudenken, begegnet uns in Bildern, Schnitzereien, Buchmalereien, Schmuckgegenständen und Reliquiaren. Seine Darstellung bildete von Beginn an einen wesentlichen Bestandteil der Kontroversen um den richtigen Glauben und das Verhältnis von Welt, Menschen und Gott und ist noch immer Gegenstand hitziger politischer Debatten.In dieser einzigartigen Kunst- und Kulturgeschichte des Kreuzes erklärt Kathrin Müller, wie aus einem abseitigen Symbol einer randständigen Sekte das zentrale Zeichen abendländischer Kultur werden konnte und lässt uns anhand faszinierender Kunstobjekte die sich überlagernden Deutungen und Instrumentalisierungen des Kreuzes verstehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.12.2022
Der hier rezensierende Theologe Johann Hinrich Claussen ist begeistert von Kathrin Müllers Objektgeschichte des Kreuzes. Mit kunst-, kirchen- und politikgeschichtlichem Ansatz und dabei trotzdem souverän aus der Materialmasse selektierend gehe die Berliner Kunsthistorikerin den facettenreichen und sich über die Zeit wandelnden Bedeutungsdimensionen dieses Symbols nach, das vor seiner Etablierung als "Hoffnungszeichen" zunächst angsteinflößendes Hinrichtungswerkzeug war, so Claussen. Dabei bewundert er in Müllers Ausführungen vor allem ihren doppelten Blick, der einerseits mit kunsthistorischer Genauigkeit "herrliche" und vom Verlag großzügig abgebildete Reliquiare analysiere und dabei noch eine Lanze für die Geisteswissenschaften breche, und der andererseits nicht die Augen vor der politischen und kriegerischen Instrumentalisierung des Kreuzsymbols verschließe, staunt der Kritiker. Für ihn ein "gelehrtes, feinsinniges" Buch, von dem ein "weihnachtlicher Zauber" ausgeht.
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