Während Katja Diehl in ihrem ersten Buch "Autokorrektur" Menschen mit ihren individuellen Bedürfnissen in Sachen Mobilität in den Fokus genommen hat, geht es ihr nun um die Hürden der Verkehrswende auf gesellschaftlicher und systemischer Ebene. Warum geschieht nichts? Warum verharren wir im Stillstand, obwohl das Wissen um eine zukunftsgerechte Mobilität uns allen zur Verfügung steht? Die Mobilitätsexpertin schaut genauer hin: Welche Stellschrauben sind rostig - gesellschaftlich wie politisch? Welche Rolle spielen Industrie und Medien? Was hat die Wissenschaft zu sagen und welche rechtlichen Hindernisse gilt es zu überwinden? Katja Diehl spricht mit zahlreichen Expert*innen, aber auch mit Gestalter*innen, die die Transformation bereits voranbringen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.10.2024
Rezensentin Anna-Lena Niemann ärgert sich ziemlich über Katja Diehls Anti-Autobuch. Denn anstatt auf nachvollziehbare Argumente und die sachliche Bewertung von Studienergebnissen setzt Diehl, lernen wir, auf gefühlte Wahrheiten und Empörungsmechanismen. Das Auto ist hier schlicht an allem Schuld, beschreibt Niemann, insbesondere wird es als ein Feind der Kinder beschrieben, aber es verhindert auch den freundlichen Austausch unter Nachbarn. Diehl verheddert sich in Widersprüchen, findet die Rezensentin, etwas wenn sie einerseits polemisiert, dass Autos zu viel Zeit kosten, andererseits darüber schimpft, dass die Dinger meistens nur nutzlos herumstehen. Wenn sie dann auch noch eine Statistik zu Toten durch Luftverschmutzung missverständlich in ihren Text einbaut, hat Niemann endgültig die Schnauze voll. Auf diese Art möchte die Rezensentin die Verkehrswende jedenfalls nicht nahegebracht bekommen.
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