Dass kollektive Identitäten Konstrukte sind, wurde oft beschrieben. Auch dass diese verheerende Auswirkungen haben können, ist allzu bekannt. Und dennoch sind es meist abgegrenzte Gruppen, die uns ein Leben lang begleiten - von der Kita bis zum Job. Wir lernen so, dass es gut und wichtig ist, dazuzugehören, und üben die ständige Unterscheidung zwischen 'Wir' und 'Die' ein. Katja Johanna Eichlers Essay "Zusammenleben statt Zusammenrotten" ist die Einladung, ein zentrales Element sozialer Organisation kritisch zu betrachten und immer weiter "Warum?" zu fragen: Warum haben Gruppen eine so hohe Anziehungskraft? Warum identifizieren wir uns so gerne mit der Vorstellung homogener Kollektive?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.06.2022
Rezensentin Isabell Trommer begrüßt die wissenschaftliche Grundierung des Buches der Ethnologin Katja Johanna Eichler und seine zugleich publikumsfreundlichen Ansatz. Eichlers Definition der Gruppe, die Einordung als Orientierung und Struktur, aber auch als Abgrenzung, schließlich ihr Plädoyer für ein nicht auf Grenzziehung basierendes gesellschaftliches Miteinander, leuchten Trommer ein. Weniger gut gefallen ihr der betont lässige sprachliche Duktus des Buches und dass ein "systematischer Blick in die Gruppenforschung" und eine schärfere Abgrenzung von Gruppenarten fehlt. Sprachlich erscheint ihr der Band mitunter wie ein Exemplar aus der Ratgeber-Sparte.
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