Katja Oskamp

Marzahn, mon amour

Geschichten einer Fußpflegerin
Cover: Marzahn, mon amour
Hanser Berlin, Berlin 2019
ISBN 9783446264144
Gebunden, 144 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Katja Oskamp ist Mitte vierzig, als ihr das Leben fad wird. Das Kind ist aus dem Haus, der Mann ist krank, die Schriftstellerei, der sie sich bis dahin gewidmet hat: ein Feld der Enttäuschungen. Also macht sie etwas, was für andere dem Scheitern gleichkäme: Sie wird Fußpflegerin in Berlin-Marzahn, einst das größte Plattenbaugebiet der DDR. Und schreibt auf, was sie dabei hört - Geschichten wie die von Herrn Paulke, vor vierzig Jahren einer der ersten Bewohner des Viertels, Frau Guse, die sich im Rückwärtsgang von der Welt entfernt, oder Herrn Pietsch, dem Ex-Funktionär mit der karierten Schiebermütze.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 21.11.2019

Katja Oskamp schreibt aus eigener Erfahrung, aus dem Marzahner Plattenviertel, weiß Rezensentin Katharina Teutsch. 2015 hat sie eine Ausbildung gemacht und sich im Fußpflegesalon einer Bekannten anstellen lassen. Seitdem pflegt sie die Füße von ehemaligen Parteisekretären, berlinernden "Ureinwohnern", von Fleischern, Fittnesslehrerinnen und Rentnern aus Marzahn, und sammelt dabei Geschichten. Diese Geschichten hat sie nun aufgeschrieben, und zwar mit allen biografischen Spitzen und Kanten, in einem herrlichen Buch voller Witz und Mitgefühl, so die begeisterte Rezensentin. Entstanden ist ein buntes "Wimmelbild" aus verschiedensten Charakteren und Biografien, das einer neugierigen Teutsch Einblick gewährt in den sonst so gern vernachlässigten Ostberliner Stadtteil.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 21.09.2019

Rezensent Frank Schäfer empfindet Katja Oskamps Umschulung von der Autorin auf die Fußpflegerin als regelrechten Glücksfall, denn daraus ist seiner Meinung nach ein wunderbarer Roman entstanden: "Vor Klauen kauernd", erweist die Autorin ihrer hauptsächlich alten Marzahner Kundschaft Menschlichkeitsdienste, indem sie nicht nur ihre geschundenen Füße, sondern auch ihre Lebensläufe mit Aufmerksamkeit bedenkt, erzählt Schäfer. So entsteht dem Kritiker zufolge ein liebevolles Buch über Begegnungen, das ihm gezeigt hat, dass "die kleinen Marzahner Leute mindestens so groß sind wie alle anderen" - und das ohne zu verklären, lobt der hingerissene Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.07.2019

Rezensentin Cornelia Geissler lernt die "Stadt in ihrem Bodensatz" kennen mit dem neuen Buch der Dramaturgin und Autorin Katja Oskamp. Als Fußpflegerin hat sich Oskamp in einem Kosmetikstudio in Marzahn anstellen lassen, erzählt die Kritikerin, die hier den Lebensgeschichten von RentnerInnen, Funktionären und anderen Plattenbau-Bewohnern lauscht und bewundert, mit welchem Einfühlungsvermögen Oskamp für jedes Gespräch einen neuen Ton findet. Dieses Buch ist das pure "Leben" - "bunt", "witzig" und "wahr", schließt die Kritikerin.

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