Als Hauptsitz der IT-Giganten Apple, Google, Facebook, Twitter und Co. nimmt die San Francisco Bay Area (Silicon Valley) eine weltweite Vorreiterrolle ein. Gleichzeitig ist der städtische Raum von rekordhohen Mieten und extremen sozialen Gegensätzen geprägt. Die Bay Area ist aber auch Schauplatz zahlreicher urbaner Bewegungen und sozialer Initiativen, die seit den 1960er-Jahren Widerstand gegen die kapitalistische Modernisierung entwickelt und eine vielfältige Gegenkultur hervorgebracht haben. San Francisco ist ein Labor der Zukunft, und die städtischen Kämpfe werfen die zentrale Frage auf, wie die Stadt von morgen aussehen wird. Die Beiträge der Autor*innen reflektieren diesen Spannungsbogen: Er reicht von den Konzernsitzen im neuen "Dotcom-Korridor" zu den Anti-Gentrifizierungskämpfen im traditionell von Einwander*innen bewohnten Mission District, von techno-utopischer Ideologie zu "Disruption" und Kommodifizierung immer weiterer Bereiche des Alltags, von den exklusiven Vororten des Silicon Valley zu den Zelten der Obdachlosen, von Occupy Oakland zu den Arbeitskämpfen in East Palo Alto, von rassistischer Polizeigewalt zu Black Lives Matter, von der exklusiven High-Tech-Metropole zur Sanctuary City, die die Rechte der Migrant*innen verteidigt.Zwei Texte zum Widerstand gegen den geplanten Google-Campus und das kleine "Silicon Valley" in Berlin-Kreuzberg sowie zum Entwicklungsstandort Zürich schlagen die Brücke zur hiesigen Situation.
Rezensent Jochen Becker empfiehlt den von Katja Schwaller herausgegebenen Sammelband mit Beiträgen von Stadtforschern und Aktivistinnen zu den aktuellen urbanen Konflikten in der Bay-Area in Kalifornien. Wie der Tech-Kapitalismus und eine fragwürdige Standortpolitik Schwule, Arme und Obdachlose verdrängen, welche Rolle Airbnb dabei spielt, welche sozialen Projekte gegensteuern und inwieweit die Verhältnisse in der Bay-Area auf Europa übertragbar sind, erfährt Becker aus den über ein Dutzend Texten im Band.
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