Aus dem Englischen von Sigrid Schmid. Von Ikarus bis zu da Vincis mechanischem Ritter - seit jeher träumt der Mensch davon, seine natürlichen Grenzen zu überwinden. Doch erst im 21. Jahrhundert arbeiten Utopisten daran, Mensch und Maschine tatsächlich zu verschmelzen. Mark O'Connell nimmt uns mit zur dunklen Seite des Silicon Valley - wo die Technik zur Religion geworden und alles einem einzigen Ziel untergeordnet ist: den Tod zu besiegen. In einer großen Reportage lässt O'Connell eine Welt entstehen, die einem Science-Fiction-Film zu entstammen scheint: eine Welt, in der Köpfe in Lagerhallen darauf warten, zum Leben erweckt zu werden, Menschen zu Cyborgs geworden sind und Tech-Milliardäre fieberhaft daran arbeiten, unsterblich zu werden.
Rezensent Jan Küveler hat sich gern mit Mark O'Connell auf eine Reise in die Zukunft begeben. Das liegt allerdings weniger an den hier porträtierten Utopisten und Cyborgs, die sich zwecks Selbstverbesserung etwa biometrische Geräte transplantieren lassen, sondern vielmehr an der exzellenten Schreibe des Journalisten, der in den hier versammelten Reportagen beeindruckend plastisch virtuelle Realität entstehen lässt, lobt der Kritiker. Und wie O'Connell die verschiedenen "Menschheitsüberwindungsdiskurse" mit Mythen, etwa von Midas, Theseus und Buddha, kurzschließt, hat Küveler besonders gefallen.
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