Herausgegeben von Therese Hörnigk und Sebastian Kleinschmidt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.06.2002
Zwei kleine Sportflugzeuge, die über der Menge der auf dem Alexanderplatz Demonstrierenden kreisen: eine Momentaufnahme vom 4. November 1989 mit der Friedrich Dieckmann die "beiläufig ernsthafte, verspielt bedrohliche Atmosphäre" jenes Tages treffend einfängt, lobt Rezensent Jens Bisky. Diekmanns Texte enthalten nach Ansicht von Bisky eine ganze Reihe solcher gelungener Momentaufnahmen. Der Augenblick sei Dieckmann zu wichtig, um ihn im Zeitfluss zergehen zu lassen, erklärt Bisky. Vor allem Diekmanns "Gespür fürs Atmosphärische, für die berechtigten Ansprüche jedes Akteurs" haben es Bisky angetan. Diese "Gerechtigkeit des Erzählers" hat für Bisky aber nichts mit "Lauheit" zu tun, was er mit Dieckmanns Erbitterung gegen Adenauers Deutschlandpolitik, die den Machtbedürfnissen der SED bereitwillig in die Hände spielte, belegt. Bisky gesteht zu, dass man dieses Urteil für politisch unklug halten kann, nichtsdestoweniger hält er ihm bei Dieckmann eine biographische, eine atmosphärische zu Gute.
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