Die intellektuellen Biographien bedeutender, in den 30er Jahren von Deutschland in die USA emigrierten Gelehrter bilden den Ausgangspunkt, um die Wechselwirkung von politischen Erfahrungen und Forschungsinteressen zu erhellen. Zentral ist dabei die Bedeutung, welche dem Studium der Renaissance zukam: nicht nur als Prototyp der Moderne, sondern auch als Remedium gegen die Gefährdungen und Katastrophen dieses Jahrhunderts.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.04.2000
Ulrich Raulff kritisiert die These von Schillers Buch, hält es aber dennoch für gelungen. Grundsätzlich findet er es fragwürdig, aus Gelehrtenbiografien - in dem Buch geht es um die zwei Historiker Hans Baron und Ernst Kantorowicz - auf die Herleitung ihrer historischen Arbeiten zu schließen, das hieße "aus solchen zarten Blumen die Botanik zu erklären", doch lobt er Schillers Untersuchung als "originell, reich an Einsichten und Verknüpfungen und relativ arm an kleinen Fehlern". Raulff merkt an, daß der eine der vom Autor vorgestellten Historiker zu wenig, der andere zu viel an Autobiografischem aufweist, um sie zu geeigneten Objekten der Untersuchung zu machen. Während das Werk Barons ideenpolitisch und -geschichtlich viel zu bieten habe, liefere es kaum autobiografische Einsichten. Kantorowicz dagegen hätte sich so reichlich zu seinem Leben geäußert, daß es müßig sei, es aus seinem Spätwerk mühsam herauszudestillieren. Trotz dem Scheitern einer "großen Absicht" lobt Raulff das Buch als kenntnisreich und schön geschrieben.
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