Kazuki Kaneshiro

GO!

Romanl
Cover: GO!
Cass Verlag, Löhne 2011
ISBN 9783980902250
Gebunden, 208 Seiten, 17,80 EUR

Klappentext

Aus dem Japanischen von Nora Bierich. Er ist in Japan geboren, in Japan aufgewachsen, trägt einen japanischen Namen, spricht Japanisch wie ein Japaner. Aber er hat die nordkoreanische Staatsbürgerschaft. Er ist Ausländer. Und die japanische Gesellschaft lässt ihn das spüren, Tag für Tag: Schüler, Lehrer, die Umwelt, die Obrigkeit. Doch Sugihara weiß sich zu wehren: Trainiert von seinem Vater, einem ehemaligen Boxprofi, lässt er bei jeder Gelegenheit die Fäuste fliegen. Nachdem Sugiharas Eltern die südkoreanische Staatsangehörigkeit angenommen haben, um nach Hawaii reisen zu können, beschließt ihr Sohn, jetzt ebenfalls Südkoreaner und in der Minderheitenschule, die er besucht, als "Verräter" gebrandmarkt, auf eine öffentliche japanische Oberschule zu wechseln. Dort verliebt er sich in das Mädchen Sakurai.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.08.2011

Sehr gefesselt ist Ludger Lütkehaus von Kazuki Kaneshiros Romandebüt, der ihn bei allem Ernst seines Sujets mit sarkastischem Witz erfreut. Der koreanisch-japanische Autor hat sich in seinem Erstling, der, wie uns der Rezensent informiert, sogleich einen wichtigen japanischen Literaturpreis erhielt, ein schwieriges Thema ausgesucht: Der vierzehnjährige Sugihara leidet, obwohl in Japan geboren und aufgewachsen, als Sohn koreanischer Eltern unter Diskriminierung und Ausgrenzung. Seine Liebe zu einem japanischen Mädchen zerbricht beinahe durch Vorurteile und übernommene Ideologien, erklärt uns Lütkehaus. Was leicht zum Manifest "diskriminierungskritischen "Gutmenschentums"" hätte mutieren können, findet der erleichterte Rezensent dann streckenweise richtig witzig, und er kann sich auch am glücklichen Ende der jede Menge tragisches Potential enthaltenden Geschichte erfreuen. Und so kommt auch Lütkehaus zu dem Urteil, dass Kaneshiro mit diesem Roman den Naoki-Preis absolut "verdient hat".
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