Aus dem Japanischen von Peter Pörtner. Nach einer Katastrophe hat Japan die Verbindungen zur Außenwelt gekappt. Die Auswirkungen sind nur in kleinen Details zu spüren, die beim Lesen erst nach und nach ins Bewusstsein sickern. Erzählt wird die Geschichte von Yoshiro und seinem Urenkel Mumey. Es schimmern viele andere Geschichten durch: wie Japaner und wie Europäer mit Katastrophen umgehen, "japanische Psyche", Historisches … Geschichten und Bewegungen laufen parallel, queren sich, kommen zusammen, steuern auf das Ende zu.
Alle Kinder in der Zeit werden krank geboren, zugleich sind sie weise und fröhlich, ein Hoffnungsschimmer, aber ihr Leben hängt am seidenen Faden. Nur die Uralten leben immer länger. Yoshiro, einer dieser "alten Alten", kümmert sich mit großer Liebe um Mumey. Als Student war er mit einer Frau aus Deutschland befreundet. Manchmal fragt er sich, ob sich die Umwelt dort auch so verändert hat wie in Japan. Wie es deren Urenkeln geht. Als der Alltag schwieriger wird, versucht eine geheime Organisation, ausgewählte Kinder als "Sendboten" ins Ausland zu schmuggeln, zu Forschungszwecken.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 28.01.2019
Auch wenn Yoko Tawada in ihrem neuen Roman eine düstere Utopie entwirft, verspricht Birgit Koß "erfreulichen Lesegenuss". Das liege, meint die Kritikerin, an der sprachlichen Leichtigkeit und den poetischen Bildern, mit denen die japanische Autorin arbeite. "Sendbo-o-te" erzählt von einer Zeit nach der großen Katastrophe, die meisten Tiere sind ausgestorben, die Pflanzen mutiert, nur die Menschen können nicht sterben und werden immer älter. Die Kritikerin sieht hier zugleich den Schrecken von Fukushima evoziert wie die Edo-Zeit, sie gibt aber auch zu, dass sie selten so amüsiert von der "Unentrinnbarkeit des Lebens" gelesen hat.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.12.2018
Lea Schneider empfiehlt den Geheimtipp Yoko Tawada. Das neue Buch der in Deutschland lebenden Japanerin behandelt laut Schneider eine nahe postapokalyptische Zukunft, in der sich Japan von der Außenwelt abschottet, Fremdwörter verbietet, Geschlechtergrenzen einreißt und die Polizei zur Blaskapelle degradiert. Klingt für Schneider komisch und furchtbar zugleich, vor allem, da die Autorin ihr anhand von Einzelschicksalen illustriertes Zukunftsszenario bis in die Sprache hinein ausgestaltet und eine beiläufige Fantastik pflegt, wie Schneider feststellt. Die Übersetzung von Peter Pörtner vermag all das gekonnt rüberzubringen, gibt die Rezensentin zu verstehen.
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