Antike Tempel wurden im Laufe der Geschichte zu christlichen Kirchen, englische Klöster zu Landhäusern und russische Paläste zu Museen. Die Umnutzung bestehender Bauten ist dabei in erster Linie eine wirtschaftliche Frage gewesen, auch wenn noch andere Motive oft eine Rolle gespielt haben. Die führenden Architekten der Moderne wollten davon lange nichts wissen. Heute geht es weder um Neu gegen Alt noch um eine bloße Umnutzung historischer Gebäude, sondern um ihre Vitalisierung durch neue Möglichkeiten auf der Basis ihrer Vergangenheit.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.03.2000
Jürgen Tietz ist nicht sehr überzeugt von diesem Band. Immerhin habe das Bauen im Bestand, also zum Beispiel die Ergänzung denkmalgeschützter Gebäude, in den letzten Jahren eine ziemlich Aufwertung erfahren. Da hätte sich Tietz eine etwas repräsentativere Auswahl von Beispielen für eine gelungene Synthese aus Alt und Neu gewünscht als sie Powell in seinem Buch anbietet. Auch ist ihm Powells Darstellung von Denkmalschützern als „Kreuzritter“, die sich gegen jede Veränderung wehren, unsympatisch. Auch Powells These, dass Bauen im Bestand nicht Erhaltung sondern Transformation zum Ziel haben müsse, mißfällt Tietz. Diese Einstellung „öffnet einer Reduzierung historischer Bausubstanz zur blossen Dekoration Tür und Tor“, befürchtet der Rezensent.
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