Kenzaburo Oe

Der atemlose Stern

Roman
Cover: Der atemlose Stern
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2003
ISBN 9783100552082
Gebunden, 320 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Aus dem Japanischen von Nora Bierich. Auf Shikoku, der Insel von Oes Herkunft, versucht Bruder Gii, seinen Ahnungen folgend, eine neue Kirche zu errichten. Mit kritischer Distanz und als skeptischer Humanist verfolgt Kenzaburo Oe diesen für unsere Zeit exemplarischen Versuch und sein Scheitern, der die Ungelöstheit der modernen "Bedürfnisse der Seele" unterstreicht.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.10.2003

Mit "Der atemlose Stern" liegt nun der dritte Band von Kenzaburo Oes Trilogie "Grüner Baum in Flammen" vor, die Ulrich Baron für das unzugänglichste Projekt des japanischen Autors hält. Mit diesem Band stößt sein Werk auch an die Grenzen der Übersetzbarkeit, behauptet Baron. Wie will man das übertragen, fragt er, wenn sich die Japaner den Werken Augustinus', Simone Weils oder Juan de la Cruz' mithilfe von englischen oder französischen Übersetzungen näherten? Mal abgesehen davon, stöhnt er, dass nicht klar werde, wie sich westliche Schuldkultur mit japanischer Schamkultur verbinden lässt und wie der Begriff "Erlöser" zu verstehen sei. Überhaupt werde vieles immer diffuser in diesem letzten Band, der Kenntnisse der beiden vorhergehenden Bände vorauszusetzen scheine, wobei es auch dort schon schwer gewesen sei, überhaupt Bekanntschaft mit den Protagonisten dieser Aussteigergemeinschaft zu schließen. Bei dieser handelt es sich um eine Mischung aus Landkommune und Sekte, erklärt Baron, die sich mittels des Studiums religiöser und mystischer Schriften, vorzugsweise der christlichen Lehre, spirituell festigen möchte, am Ende aber auseinander bricht, weil der Anführer von seiner linsradikalen Vergangenheit eingeholt wird. In der sprödem Geschichte steckt mehr als man glaubt, aber eben dieser Glaube ist nötig, fordert Baron mutige Leser auf, die eher unzugängliche Geschichte zu entziffern.
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