Aus dem Japanischen von Katja Busson. Eine kleine Wohnung im Rotlichtviertel Tokios. Eine Schriftstellerin will ein letztes Gedicht schreiben. Weil ihr das im Krankenhaus nicht gelingt, ist sie zu ihrer Tochter gezogen, die als Hostess in einem Nachtclub ein ganz anderes Leben führt als sie selbst. Suzumi Suzuki erzählt die Geschichte einer schwierigen Beziehung, der zwischen einer Mutter und einer Tochter, zwischen zwei Frauen mit ganz unterschiedlichen Verständnissen von weiblicher Selbstermächtigung, Liebe und Gewalt. Unter der glasklaren Oberfläche dieses Romans sind die Abgründe allgegenwärtig und führen unweigerlich zu der Frage: Was sind wir bereit zu geben für die Menschen, die wir lieben? Und was tun wir für uns selbst?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 10.02.2025
Rezensentin Petra Pluwatsch erkundet mit Suzumi Suzuki das Tokioter Rotlichtviertel: Die Erzählerin arbeitet als Hostess in einer Bar und haust in einer chaotischen Wohnung, vor kurzem ist ihre Mutter bei ihr eingezogen, bleibt aber nicht lang. Das Buch verarbeitet autobiografische Erfahrungen, erklärt die Rezensentin. Zentral ist das Verhältnis zur Mutter, das sich auch in Rückblenden entfaltet, unter anderem trägt sie die Schuld an einer schweren Verletzung der Tochter, die diese inzwischen mit Tattoos zu tarnen versucht. Pluwatsch hält sich mit Wertungen zurück, aber sie lobt die unaufdringliche, präzise Sprache, in der Suzuki die komplexen Gefühle schildert, die zwischen den beiden Frauen existieren.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 06.02.2025
Von einer interessanten Welt erzählt Suzumi Suzuki laut Rezensent Maximilian Mengeringhaus in diesem Buch. Als Roman kann es ihn allerdings nicht überzeugen. Es spielt in der Halbwelt des Tokioter Stadtteils Shinjuku, in der die Ich-Erzählerin als Escortlady arbeitet. Sie lebt gemeinsam mit ihrer Mutter, die ihr eine Verletzung beigebracht hat, aber jetzt, erfahren wir, selbst pflegebedürftig ist. Offensichtlich hat Suzuki etwas über das Rotlichtmilieu und die Menschen, die dort unterwegs sind, zu sagen, stellt der Rezensent fest, allein, in diesem Buch bleibe alles skizzenhaft, die traurigen Schicksale im Umkreis der Erzählerin ebenso wie das Thema weibliche Körperlichkeit in der Sexarbeit. Immerhin langweilt Suzuki nicht, wie ihre französischen Kollegen in der Ernaux-Nachfolge, mit Bourdieu, teilt Mengeringhaus mit, aber das ist ihm angesichts der wenig gehaltvollen Lektüre ein schwacher Trost.
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