Elmar Schenkel

Unterwegs nach Xanadu

Begegnungen zwischen Ost und West
Cover: Unterwegs nach Xanadu
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2021
ISBN 9783103973785
Gebunden, 368 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Was haben The Beatles mit Arthur Schopenhauer und Julia Kristeva gemeinsam? Was verbindet Hermann Hesse mit C.G. Jung, Annie Besant oder Victor Segalen? Egal ob auf der Suche nach Inspiration, spiritueller Erleuchtung, wissenschaftlicher Erkenntnis oder aus schlichter Neugier, die Faszination für den Fernen Osten eint sie alle auf die eine oder andere Weise. Ebenso sind umgekehrt die Besuche Rabindranath Tagores und des Grafen Kuki Shuzos oder die Iwakura-Mission im Westen Bekenntnisse eines gegenseitigen Interesses.  Auch in seinem neuen Buch widmet sich der Literaturwissenschaftler Elmar Schenkel den Berührungspunkten und Verbindungen zweier Welten. "Unterwegs nach Xanadu" nimmt er seine Leser*innen mit auf eine spannende und anregende Entdeckungsreise durch die Geschichte des kulturellen Austauschs des Westens mit Ost- und Südostasien. Schenkel erkundet diese Begegnungen in stimmungsvoll erzählten Episoden als Teil einer wechselseitigen Kulturgeschichte, die bis zurück in das 13. Jahrhundert und weiter reicht.  Von Yoga über Haikus bis Zen, Schenkel zeigt auf, dass die Begegnungen von Osten und Westen neben Momenten der Bewunderung und der Befremdung auch durch die Bereitschaft voneinander zu lernen geprägt sind.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.09.2021

Rezensent Martin Kämpchen möchte uns das Buch des Reiseschriftstellers Elmar Schenkel empfehlen. Was Europa (das deutschsprachige vor allem) und Asien verbindet, erläutert der Autor laut Kämpchen kenntnisreich anhand ausgewählter Beispiele. So führt er dem Rezensenten die Verbindungen zwischen deutscher Romantik und Indien vor Augen, erinnert an "Indiens Affinität zum Nationalsozialismus" und beleuchtet Heideggers Verhältnis zu Japan. Dass Schenkels Ausführungen keinen Anspruch auf Vollständigkeit haben, Hermann Hesse öfter, der Dalai Lama aber gar nicht auftaucht, kann der Rezensent verkraften. Sprachlich gelangt der Autor vor lauter Lässigkeit mitunter an die Grenze zur Ungenauigkeit, kritisiert Kämpchen, lesbar, amüsant und vor allem anregend zu weiterer Lektüre findet er den Band aber allemal.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 07.08.2021

Eine anregende Fülle von Beobachtungen, allerdings nicht unbedingt sinnvoll geordnet, findet Rezensent Hans von Trotha hier vor. Die Beziehungen zwischen dem Westen und den östlichen Kulturen - Schwerpunkte: Indien, China, Japan - sind so reich, dass Elmar Schenkel laut Trotha daran scheitert, sie zu systematisieren. Schenkel schwanke zwischen einer essayistischen und einer enzyklopädischen Herangehensweise, und so hat man hier laut Trotha die Nachteile von beiden. Anregend findet er die Lektüre allerdings schon angesichts der vielen einzelnen Beobachtungen über Protagonisten wie Nietzsche, die Beatles bis hin zu den Poststrukturalisten. Es bleibt ein "Wunsch nach einer Überwindung des Fragmentarischen".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.07.2021

Der hier rezensierende Historiker Jürgen Osterhammel mag Elmar Schenkels Buch nicht empfehlen. Klischeelastige Schlussfolgerungen und wenig Tiefe attestiert er dem Buch. Die Anregung zum Weiterlesen scheint ihm der größte Gewinn der Lektüre zu sein. Aber über Leibniz und China, Gandhi und sein Verhältnis zum Westen oder den japanischen Schriftsteller Mori Ogai hat Osterhammel woanders schon viel Gescheiteres gelesen. Immer wenn der Autor ideengeschichtlichen Konstellationen nachgeht, z. B. der Sanskritphilologie in Europa, wird es für den Rezensenten spannend. Leider geschieht das zu selten, bedauert der Rezensent, meist bleibt Schenkel an der Oberfläche, vor allem bei politischen Fragen und Zusammenhängen, erklärt Osterhammel.
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