Wir haben es alle von klein auf gelernt: Bücher muss man gut behandeln. Dass es aber unheimlich Spaß macht, genau das nicht zu tun, zeigt dieses ideensprühende Buch: Bohre mit einem Bleistift Löcher in diese Seite. Dokumentiere dein Abendessen. Nimm das Buch mit unter die Dusche. Archiviere hier die Briefmarken all deiner Post. Schreibe mit dem Stift im Mund. Tobe dich auf dieser Seite aus, wenn du richtig sauer bist. Jede Seite dieses Buches wirkt wie ein Befreiungsschlag und setzt ungeahnte kreative Energien frei. Schaffen ist zerstören, sagt Keri Smith. Das Umgekehrte ist allerdings genauso richtig. Denn während man das Buch rundum fertig macht, entsteht ein witziges, spannendes und sehr individuelles Kunstwerk.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.07.2011
Bei Keri Smiths Bestseller "Wreck this Journal", der nun auf deutsch vorliegt, handelt es sich um eine Anstiftung zu systematischen Verletzung althergebrachter Regeln der Buchaufbewahrung und -pflege, berichtet Christina Hoffmann. Zerlöchern, bemalen, zerschneiden und bekleckern solle man das Werk - der schöpferischen Freiheit bezüglich der Mittel der Buchzerstörung seien hier keine Grenzen gesetzt. Hervorhebenswert findet die Rezensentin, dass es um den jeweiligen Prozess gehe und nicht um irgendein Ergebnis. "Um ihrer selbst willen" solle der Leser besagte Handlungen ausführen, wodurch Smiths Buch zu einem "Selbsterfahrungstrip" werde. Den zu kreativen Höchstleistungen angespornten Leser des Buches erhebt Hoffmann schließlich in den Rang eines Koproduzenten.
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