Aus dem Französischen von Bernd Schwibs. Welche Beziehung hat die Malerei zur Katastrophe, zum Chaos? Was ist eine Linie, eine Ebene, ein optischer Raum? Gibt es so etwas wie Farbregime? Von 1970 bis 1987 hielt Gilles Deleuze eine wöchentliche Vorlesung an der legendären Experimentaluniversität Vincennes, die immer wieder in die Schlagzeilen und in Konflikt mit der Staatsmacht geriet. Die acht Vorlesungen von 1981, die in diesem Band nun erstmals veröffentlicht werden, zeigen Deleuze in action. Sie sind ganz der Frage der Malerei und der schöpferischen Kraft gewidmet. Das Nachdenken über Werke von Cézanne, van Gogh, Michelangelo, Turner, Klee, Pollock, Mondrian, Bacon, Delacroix, Gauguin oder Caravaggio sind für Deleuze der willkommene Anlass, wichtige philosophische Konzepte aufzurufen und zu durchdenken: Diagramm, Code, digital und analog, Modulation und andere mehr. Gemeinsam mit seinen Studierenden erneuert er diese Begriffe und stellt unser Verständnis der kreativen Tätigkeit der Kunstschaffenden auf den Kopf. Konkret und fröhlich wird Deleuze' Denken hier in seiner Bewegung nachvollziehbar und lebendig.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.04.2025
Der hier rezensierde Kunsthistoriker Peter Geimer empfiehlt die Tonbandtranskiptionen von Gilles Deleuzes Vorlesungen über Malerei aus dem Jahr 1981. Zu erfahren ist etwa, wie befreiend ein Kunstverständnis jenseits von "abrufbaren Inhalten" ist, findet Geimer. Deleuzes Pochen auf die Eigengesetzlichkeit der Malerei scheint ihm heute, im Zeitalter des Statements, umso erfrischender. Dass viele Inhalte der Vorlesung Deleuze-Lesern aus dessen Büchern bekannt sein dürften, hält Geimer nicht für einen Nachteil. Hier nun kann der Leser sehr anschaulich die Entwicklung der Gedanken im frühen Stadium miterleben und nachvollziehen, meint er.
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