Die Lyrikerin Kerstin Hensel spielt in ihren neuen Gedichten ein riskantes Spiel. Es heißt "Schleuderfigur". Wer an diesem Spiel teilnimmt, wird aus den gewöhnlichen Bahnen seines Lebens herausgerissen und überwältigenden Gefühlen, seien es die des Verlustes der sozialen Stellung oder eines Menschen, Naturkatastrophen oder der Liebe unterworfen. In vielfältigsten Formen versuchen Kerstin Hensels Gedichte diese extremen Lebenssituationen zu verstehen und damit der Eigenmacht der Gefühle etwas entgegenzusetzen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.06.2016
Rezensent Wulf Segebrecht ist überzeugt, dass sich Kerstin Hensel freigeschrieben hat von ihrer FDJ-Zeit. Am Können der Autorin, ihrer Fähigkeit zu Spiel und Meisterschaft, ob im Sonett, Kalauer, Natur- oder Liebesgedicht, Ballade oder Kinderlied, hat er keinen Zweifel. Am ehesten möchte er Hensels Lyrik, wie sie in diesem Band zutage tritt und die mal heiter, mal gespenstisch daherkommt, als abwechslungsreiche Bewegung definieren, als Aufforderung zum Enträsteln und Nachvollzug der Verwandlung.
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