Mit einer Bildergeschichte von Tobias Blersch. Neun Erzählungen: Regenkreuzer - alle Fans verlassen mit dem verkauften Baseballteam die Stadt. Unter Zeiten - einmal in der Woche muss das Klavier in den Hof getragen werden, um darauf die Nacht zu spielen. Und so war die Sache mit dem Kornfeld - ein Stück Brot kann für eine Beziehung von entscheidender Bedeutung sein. Nur ein kleines Stück auf der Linie - auch auf einer Rattenlinie blühen Blumen. Einer, der aus Laramie war, hob den Arm - wenn man immer vergisst, danke zu sagen, kann das böse Folgen haben. 49 Wichtelworte - bevor ein Wicht ehrenvoll in den Süden abwandern darf, muss er wie die Eskimos 49 Wörter für Schnee kennen. Als letztes Wort niemals - als Kind träumte er von einer Holzveranda wie aus Bonanza. Wenn Mädchen mitspielen, verliert man meistens - auch wenn der Trainer das partout nicht wahrhaben will.
Die Rezensentin Susanne Messmer ist beeindruckt von Kevin Vennemanns Debüterzählband "Wolfskinderringe". Die männlichen Protagonisten der Geschichten "kleben an ihrer Wirklichkeit wie Fliegen am zähen Leim. Sie sind so versunken dass sie gar nicht merken, wenn die Welt surreale Dimensionen annimmt". Es gehe um Männer, die verlassen werden und die vollkommen handlungsunfähig seien. Die aus diesem Stillstand entstehenden "beklemmenden" Momente sind für Messmer die stärksten Stellen dieser Erzählungen. Manchmal wirkten sie zwar auch wie "eine kunsthandwerkliche Variation von Franz Kafkas Kniff [...], Stimmungen zu erzeugen, die sich nicht auf eine eindeutige Bedeutung reduzieren lassen", doch meistens gelänge es Vennemann eine diffus-melancholische Atmosphäre zu schaffen. Die schwachen männlichen Helden in "Wolfskinderringe" erscheinen Messmer als neues Phänomen der deutschen Literatur und sie fragt sich, "ob die Männerfiguren, je jünger ihre Erfinder sind, immer noch schwächer werden".
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