Teresa Kugler ist rastlos, promiskuitiv und liebt niemanden außer ihren Bruder Ture, der sich manchem Ungeziefer verbundener fühlt als jeglichen Menschen. Immer wenn Teresa sich unter Druck gesetzt fühlt oder sie diffuse Erinnerungen an die Kindheit überkommen, wird sie von einer imaginären Schleimschicht befallen. Zuflucht sucht sie bei Ture, der ihr rät, die Ursache ihrer Neurose zu ermitteln. Denn er ist sicher: Es gibt einen Zusammenhang zwischen dem Zerwürfnis ihrer Eltern, dem Wegzug der eng befreundeten Familie Tinn, mit denen sie in den Achtzigern eine wichtige Zeit in Nicaragua verbracht hatten, und Teresas verirrtem Dasein. Teresa beginnt, sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen. Dadurch wird nicht nur ihr Leben aufgewühlt
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.07.2014
Rezensentin Katharina Teutsch vermisst schmerzlich die Stärken der Autorin von "Soul Kitchen" in ihrem neuen Roman "Kapitalismus und Hautkrankheiten". Sie folgt hier Teresa Kugler, erfolglose Schauspielerin aus nicht nur an Psychosen reichem Haus, die sich, im Gegensatz zu den anderen ebenfalls neurotischen und an Hautkrankheiten leidenden Familienmitgliedern eine ganz besondere Neurose leistet, so die Kritikerin: Bei Stress bildet sich eine imaginäre Schleimschicht auf ihrem Körper. Teutsch wurschelt sich während der Lektüre durch das Labyrinth von Familien-Pathologie, Traumata, Lebenslügen und Beziehungsproblemen, das schließlich noch von einem düsteren im Nicaragua der Achtziger spielenden Geheimnis garniert wird und muss dann noch mit der von Ramadan nicht gerade spärlich eingesetzten Dialektik zurechtkommen. Erschöpft seufzt sie: Von "Soul Kitchen" zu "ausbuchstabierter Küchenpsychologie".
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