Aus dem Koreanischen von Ki-Hyang Lee. Kim Hye-Jin, die neue literarische Entdeckung aus Südkorea, erzählt die Geschichte einer Frau, deren Weltbild angesichts des queeren Lebensentwurfs ihrer Tochter aus den Fugen gerät.Seit Jahren teilen Mutter und Tochter wenig mehr als ein wortkarges Mittagessen pro Woche. Zwischen ihren Nudelschalen türmt sich ein Berg aus Ungesagtem. Die Mutter, Pflegerin im Seniorenheim, führt ein unauffälliges, bescheidenes Leben. Ihre Tochter Green hat einen anderen Weg gewählt: Sie hat keinen Mann, kaum Einkommen und liebt eine Frau. Als das Paar bei der Mutter einziehen muss, prallen die radikal verschiedenen Lebensentwürfe aufeinander.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.03.2022
Rezensent Steffen Gnam bewundert den Mut, den Kim Hye-jin mit ihrem Roman über zwei Generationen von Frauen im heutigen Südkorea beweist. Die unterschiedlichen Werte- und Moralvorstellungen einer lesbischen Frau und ihrer traditionsbewussten, aber lernfähigen Mutter, die als Pflegerin arbeitet, entfaltet die Autorin laut Gnam "stilistisch brillant" in einem kammerspielartigen Setting. Jugendwahn, Homosexualität, den "Clash" der Lebenswelten und das Bröckeln des Generationenvertrags verhandelt der Text für Gnam subtil, philosophisch und mit vielsagendem offenem Ende.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 09.02.2022
Rezensent Martin Oehlen findet es erfrischend, wie die junge südkoreanische Autorin Kim Hye-Jin über die Selbstermächtigung zweier Frauen, einer Mutter und ihrer lesbischen Tochter, schreibt. So kurz der Roman ist, so eindringlich beschreibt er die Zwänge der Tradition in Korea und den Kampf dagegen anhand der Auseinandersetzungen zwischen Mutter und Tochter, erklärt der Rezensent. Wie die Mutter allmählich die Haltung der Tochter begreift und ihr eigenes Dasein hinterfragt, findet Oehlen motivisch sorgfältig entwickelt und sachlich-kritisch erfasst.
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