Saad und seine kleine Tochter Leila leben unterm Radar in Berlin. Saad verdient sein Geld als Wächter in einem Charlottenburger Parkhaus, aus gutem Grund in der Nachtschicht.In diesem Parkhaus steht auch der Luxusschlitten des Staatssekretärs Brasch, der mit dem Waffenhändler Müller und undurchsichtigen Saudis fiese Geschäfte macht. Als Brasch betrunken und zugekokst einen Verkehrsunfall baut und man zu seiner Überraschung eine Leiche in seinem Kofferraum findet, ist das ein Fall für die junge Kriminalkommissarin Nihal Khigarian. Die hatte Saad schon ein paar Tage vorher zufällig kennengelernt, als sie ihm und Leila bei einer Schlägerei mit wüsten Pöblern geholfen hat. Leila ist sofort zu Nihal hingezogen, und auch Nihal und Saad ahnen, dass da mehr sein wird als eine flüchtige Bekanntschaft. Dabei muss Saad doch unbedingt unsichtbar bleiben, denn er weiß, dass gnadenlose Typen aus seinem früheren Leben hinter ihm her sind. Und tatsächlich haben es die beiden bald mit Killern zu tun, mit Waffendealern, aufgebrachten Saudis, Drogenmafiosi, ein paar Toten - und noch ein paar mehr … und einem epischen Showdown in der Hasch-Plantage auf dem Dach des Parkhauses, an dessen Ende es heißt: "Macht ihr so was öfter?"
Berlin? Als Krimi-Tatort abgenutzt, findet Rezensentin Katharina Granzin - trotzdem ist die Ausgangssituation in Kim Koplins Roman originell, denn die Handlung ist im gutbürgerlichen Charlottenburg angesiedelt. Saad ist Pförtner eines Parkhauses, in dem sich einige illegale Geschäfte abspielen, die ihn aber nicht interessieren, solange man ihn und seine Tochter in Ruhe lässt, lesen wir. Die andere Hauptfigur, Polizeikommissarin Nihal, steht im Konflikt mit ihrer Familie, da sie ihren Bruder nach einer Straftat verhaften muss. Zufällig begegnen sich beide Figuren und erkunden die "Bandbreite und Widersprüchlichkeit" der Berliner Gesellschaft, verlieben sich - und lösen natürlich einen Kriminalfall. Diese "romantische Thrillerkomödie" kann die Kritikerin nur nachdrücklich empfehlen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 17.05.2023
Geradezu an die Couch "getackert" wird Rezensentin Sylvia Staude von diesem rasanten Thriller der Autorin (oder des Autors) mit dem Pseudonym Kim Koplin. Es geht um den Parkhauswächter Saad, erzählt die Kritikerin, der unter falscher Identität in Berlin lebt und eine dunkle Vergangenheit hat. Und um die Polizistin Nihal Khigarian, die auf den Plan gerufen wird, als in eben jenem Parkhaus eine Leiche gefunden wird. Das löst eine Flut von Ereignissen aus, in der es Saad und Nihal mit saudischen Waffenhändlern, koksenden Politikern und Mafiosis zu tun bekommen, lesen wir, aber auch Unterstützung von weitaus sympathischeren Charakteren erhalten. Koplin kann sowohl den "Sound der Straße" als auch den Politiker-Sprech authentisch erzählen, meint die Kritikerin. Das alles liest sich "schnoddrig und frech" und ist vor allem spannend, schließt sie.
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