Aus dem Koreanischen von Kyunghee Park und Matthias Augustin. Kim Sung-Ok gilt in seinem Heimtland als Autor, der wie kein anderer für diese sechziger Jahre steht, die geprägt sind von der einsetzenden wirtschaftlichen Entwicklung und dem Zerfall traditioneller Strukturen. In diese Zeit stellt er Figuren eines ganz neuen Typs: Nach außen hin unauffällig, frönen sie im Verborgenen ihren geheimen Obsessionen. Sie sind keine Helden im Dienst von Idealen oder Ideologien, sondern Menschen, die in ihre Innenwelten abtauchen oder scheinbar sinnwidrige Handlungen ausführen und so für die Ratlosigkeit und Ohnmacht des Individuums stehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.05.2010
Diesen Erzählband mit Texten des koreanischen Autors Kim Sung-Ok aus den 60er und 70er Jahren schätzt Rezensent Steffen Gnam für seinen Witz und Hintersinn. Hinter der von Sung-Ok entworfenen Fassade der "Swinging Sixties" in Seoul erkennt Gnam unzweifelhaft die Kritik an den repressiven politischen Verhältnissen der Ära Park. Den Sprach- und Bedeutungsverlust in einem totalitaristischen Staat und einer oberflächlichen Moderne und den Versuch seiner jungen Helden, ihm durch Fantasiewelten und verzweifelte Liebe zu entkommen, schildert Sung-Ok in einer Weise, das Gnam die Titelnovelle einen Klassiker der Nachkriegsliteratur nennt.
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