Cho Nam-Joo

Wo ich wohne, ist der Mond ganz nah

Roman
Cover: Wo ich wohne, ist der Mond ganz nah
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2024
ISBN 9783462005837
Gebunden, 288 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Aus dem Koreanischen von Jan Henrik Dirks. Die koranische Bestsellerautorin Cho Nam-Joo widmet sich in diesem Entwicklungsroman einem Frauenleben, das geprägt ist von Armut und der immensen Scham, mit Mitte 30 noch unverheiratet zu sein. Manis Familie lebt in einem der ärmsten Stadtteile von Seoul. Ihr Vater arbeitet in einem Imbiss und ihre Mutter ist erwerbslos. Als kleines Mädchen träumte Mani davon, rhythmische Sportgymnastin zu werden, inspiriert durch Fernsehbilder der Olympischen Spiele 1988 in Seoul. Als Kind fängt sie mit dem Turnen an, muss aber schnell einsehen, dass sie im Vergleich zu anderen kein Talent hat. Sie wird ein einfaches, unerfülltes Leben führen, auch geprägt von der Demütigung, mit Mitte dreißig noch keine eigene Familie zu haben. Die Nachricht von der Stadtteilsanierung lässt die Immobilienpreise in die Höhe schießen, gleichzeitig erfährt Manis Familie zufällig, dass die Sanierung abgeblasen werden solle. Als ein Fremder ihr Haus kaufen will, ist die Familie uneins darüber, ob sie diesem gutmütigen Mann die Wahrheit sagen oder ihn täuschen soll. Ihr ganzes Leben lang haben sie sich an das Prinzip der Ehrlichkeit gehalten. Welche Entscheidung werden sie treffen, wenn sie vor dem größten Dilemma ihres Lebens stehen?

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 06.02.2024

Rezensentin Katharina Herrmann gefallen der lakonische Ton und der Verzicht auf jede Sozialromantik in Cho Nam-Joos Roman über eine junge Frau aus armen Verhältnisse im Seoul des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts. Auch wenn nichts Spektakuläres geschieht im Leben der Protagonistin, wenn ihr Rückblick auf Kindheit und Jugend eher von Verzicht und Enttäuschung geprägt scheint, findet Herrmann dieses "gewöhnliche Leben" in prekären Verhältnissen interessant. Das liegt für die Rezensentin nicht zuletzt daran, dass die Autorin an ihrer Figur exemplarisch zeigt, welchen Einfluss Tradition und soziale Unterschiede auf den Lebensweg des Einzelnen haben.

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