Aus dem Koreanischen von Coralie Brandt. Ein Schriftsteller bietet per Telefonhotline lebensmüden Menschen seine Mithilfe beim Selbstmord an. Bevor er zur Hebamme des Todes wird, muss er jedoch von ihren Motiven überzeugt sein. Ist dies der Fall, arrangiert er ihren Tod, lässt die Klienten in seinen Geschichten aber wieder auferstehen und macht sich damit zum Herr über Leben und Tod.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.01.2007
Rezensent Kai Wiegandt scheint gehörig genervt von diesem Roman. Glaubt man seinem Fazit, ist das einzig Interessante an diesem Buch der Umstand, dass es einen "literaturgeschichtlichen" Bruch darstellt. Die sonst in Korea dominanten politischen Themen spielen keine Rolle, es geht um reinen Ästhetizismus. Neben seinen Referenzen an Oscar Wildes Dorian Gray und an berühmte Gemälde, fetischisiert der Autor Kim Young-ha vor allem die Konsumwelt - mit nach Wiegandts Meinung mäßigem Erfolg, weil er zwischendurch doch immer "große Wahrheiten" unterbringen will. Auch stilistisch funktioniert das Buch seiner Ansicht nach nicht. Young-has offensichtliche Absicht, seinem Protagonisten durch "superkurze Sätze" eine "cool-kalte" Aura zu verleihen, torpediert er immer wieder durch "Einlassungen".
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