Aus dem Koreanischen von Hoo Nam Seelmann und Rudolf Bussmann. 10 Kurzthriller. Gänsehaut, Suspensegefühl, Erotik. Schauplatz der Handlung der neuen Erzählungen von Kim Young-ha ist meist das gegenwärtige Südkorea. Ein zufälliges Aufeinanderprallen in der U-Bahn. Die Frau, eine Schauspielerin, findet danach einen Piepser in ihrer Tasche. Sie wartet auf die Vibration, darauf, dass der Unbekannte Kontakt aufnimmt, während sie eine Sexszene dreht. Am Ende aber sieht alles anders aus. Eine Kaufhausdiebin. Menschen, die sich einen ekstatischen Kick durch Blitze holen. Ein Mord. Kleine Geschehnisse, scheinbare Zufälle, bringen die Welt der ProtagonistInnen durcheinander. Und dann beginnt die Zeit manchmal, rückwärts zu laufen ...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.02.2013
In diesem Fall sind die Geschichten deutlich mehr wert, als das Papier, auf dem sie gedruckt sind. Katharina Borchardt nämlich beschwert sich über die Papier- und die Bindungsqualität des Bandes. Die darin enthaltenen neuen bzw. neu übersetzten Erzählungen des südkoreanischen Erfolgsautors Kim Young-ha mit ihren Risikobiografien funktionieren laut Rezensentin jedenfalls weitaus besser als die Romane des Autors, in denen Borchardt das Abplatzen des Zivilisationslacks manchmal ein bisschen zu weitschweifig zelebriert wird. Hier indes kommen die Psychopathologien, die innere Haltlosigkeit der Figuren bei äußerer Wohlsituiertheit besser zur Geltung, meint sie. Die kurze Form zwinge den Autor zu atmosphärischer Verdichtung und erzählerischer Verknappung, was ihm gut zu tun scheint.
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