Im dritten Band seiner Ästhetischen Theologie legt Klaas Huizing eine Theateranthropologie vor, die den Beitrag von Kunst und Religion zur ästhetischen Symbolisierung eines gelingenden Lebens untersucht. Zudem enthält das Buch ein Theaterstück "Jesus am Kamener Kreuz", das eine Coverversion des Gleichnis vom barmherzigen Samariter ist.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.12.2004
Nachdem Heinz Schlaffer mit seiner These, die deutsche Literatur hätte ihre Blüte vom 18. Jahrhundert bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts unter dem Einfluss der protestantischen Theologie erlebt, für lebhafte Diskussionen gesorgt hat, sieht Friedemar Voigt die Debatte durch zwei neue Bücher wieder aufgegriffen. Dabei, stellt er befriedigt fest, zeigt sich die protestantische Theologie in "beachtlicher Form". Klaas Huizing, selbst Theologe und Schriftsteller, macht sich in seinem Buch "Der dramatisierte Mensch" daran, die These Schlaffers "inhaltlich zu präzisieren", so der Rezensent. Die bemerkenswerte "literarische Produktivität der Pfarrersöhne" seit dem 18. Jahrhundert sieht Huizing durch die "Dramatisierung der Bibel bei Hamann und Herder" hervorgerufen, bei denen "Gott zum Schriftsteller" und die Bibel selbst zum "Kunstwerk" wurde, erklärt Voigt weiter. Kunst und Religion rücken bei dem Autor also eng zusammen, wenn natürlich auch bei Huizing nicht alle Kunst religiösen Charakter hat, wie Voigt betont. Gestützt durch die Thesen von Schleiermacher und Warburg entwickelt Huizing in seinem Buch aus den "Potentialen kunstreligiösen Ausdrucks" eine "leibfreundliche ästhetische Theologie", die offenbar beim Rezensenten auf Zustimmung stößt.
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