Eigenartig sind sie, die Schweizer, und wollen es, nach einem Diktum von Max Frisch, gerne bleiben - "Die Frage ist, ob man uns lässt." Zu dieser Eigenart gehört, als Teil der demokratischen Kultur, immer auch das Eingreifen der Schriftsteller in die politische Debatte ihres Landes, das sich stets selbst genug war und ist. Klara Obermüller versammelt in diesem Buch die vielfältigen Stimmen der wichtigen Schweizer Autoren, die eine Kritik am System, an der Regierung, an der Mentalität oder an der Gesinnung geharnischt bis liebevoll formulierten. Entstanden ist eine Sammlung von Klassikern und Fundstücken, deren Klugheit verblüfft und deren Aktualität fast immer überrascht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.06.2003
Etwas veteranenhaft findet Rezensent Hanno Helbling diese Anthologie. Nur einer der beitragenden Autoren sei unter sechzig Jahre alt. Mancher Beitrag findet als schweizerhellend lobende Erwähnung, darunter Texte von Karl Schmid, Paul Nizzon, Adolf Musch oder Karl Marti. Gelegentlich findet Helbing aber auch "ein nichtexistentes Klischee mit eigenen Klischees beschossen oder auch bloß mit Reizwörtern, die dazu dienen, den Eindruck eines Konflikts ... zu erwecken". Und vom lärmigen Recycling ideologischer Versatzstücke mancher Texte des Bandes hält unser Rezensent auch nicht viel.
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