Seit sich die Medizin den Bedingungen des Marktes unterworfen hat, ist sie in eine Kostenfalle geraten. Während man die Menschen mit der Aussicht auf eine leidensfreie Gesellschaft ködert, boomt zwar die Gesundheitsindustrie, aber die Gesundheit wird uns damit paradoxerweise systematisch ausgetrieben. Denn die heutige Heilkunst, wie sie uns von Ärzten und Pharmafirmen gepredigt wird, kennt gar keine gesunden Menschen mehr.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.12.2004
Als Buch, das dem Genre der Medizinkritik Glanz verleiht, würdigt Rezensent Christian Geyer diese Veröffentlichung. Er versteht es als ein Plädoyer für eine "andere Gesundheitsreform" jenseits von "politischen Formelkompromissen". Überzeugt haben ihn nicht nur die "medizinische Fachkompetenz" und die "treffsichere Zeitgeistdiagnose" des Werkes, sondern auch sein "menschlicher Tiefgang". Der Autor Klaus Dörner stärke das Vertrauen in die Selbstheilungskräfte des Patienten und vermittle eine lebenskluge Vorstellung davon, dass "eine allzu gesunde Lebensweise in sich schon eine Krankheit" sei. Er setze eher auf das Wohl als auf den Willen des Patienten und plädiere entschieden für den Hausarzt. Geyer sieht in diesem Buch "viel mehr" als nur ein Buch über Medizin: "Es ist eine wunderbar gelassen stimmende Lebensanleitung für uns Hypochonder, die sich mit ihrem Körper und ihrer Seele in dieser Welt oft weniger zu Hause als ausgesetzt fühlen und deshalb manchmal einen etwas irren Blick aufsetzen."
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