Mit einem Nachwort von Michael Töteberg. Im Roman "Mephisto" wird die Geschichte des Schauspielers Hendrik Höfgen erzählt, von seinen Anfängen im Hamburger Künstlertheater 1926 bis zum Jahr 1936, als Höfgen es zum gefeierten Star des neuen Reiches gebracht hat. Höfgen geht einen Teufelspakt ein und verrät die humanen Werte, für die er einst eintrat. Am Ende ist er ein "Affe der Macht" geworden, ein "Clown zur Zerstreuung der Mörder".
Die Figur des Hendrik Höfgen trägt unverkennbar manche Züge von Gustaf Gründgens. Das Buch ist jedoch kein Schlüsselroman, sondern ein zeitkritisches Panorama der Zustände im Dritten Reich - mit deutlich satirischen Elementen. Klaus Mann sah im Komödianten Höfgen das Symbol "eines durchaus komödiantischen, zutiefst unwahren, unwirklichen Regimes", wie er in seiner Autobiografie betonte.
Das Buch "Mephisto" erschien erstmals 1936 im Amsterdamer Exilverlag Querido. 1966 wurde seine Verbreitung in der Bundesrepublik gerichtlich verboten. 1981 erschien trotz Verbots eine Neuausgabe.
Rezensent Martin Krumbholz entdeckt das Scharfe wie das Amüsante im Text beim Wiederlesen von Klaus Manns Roman. Dass es sich um einen Schlüsselroman handelt, erkennt er ebenso, schon an den wenig verklausulierten Figuren, darunter Gottfried Benn, Marlene Dietrich und natürlich Gustaf Gründgens. Attraktiv erscheint ihm das Buch vor allem seines satirischen Elans und seiner gelungenen Figurenporträts wegen. Wie genau der Autor seinen Protagonisten durchschaut, im Leben wie in der Fitkion, findet Krumbholz auch heute noch erstaunlich. Die tiefe Verachtung Manns für seinen Schwager Gründgens wird dabei für den Rezensenten genauso spürbar wie die Ironie des Autors, die so ganz anders daherkommt als die des berühmten Vaters: ätzend.
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