Als Jörg Haider im Herbst 2008 durch einen spektakulären, allein- und selbstverschuldeten Autounfall von der Bühne des (öffentlichen) Lebens abtrat, auf der er als sich als einzig echter und zuverlässiger Politiker verkaufte, wurde die Doppelbödigkeit seiner politischen Inszenierungen schlagartig sichtbar. Die damit verbundene Irritation wurde sofort überspielt und von seiner Gefolgschaft mit großflächigen Trauerbekundungen und Verschwörungstheorien beantwortet. Während die Aufteilung und Vermarktung seines Erbes unmittelbar danach einsetzte, wurde gleichzeitig versucht, Ansätze einer kritischen Auseinandersetzung mit dem "verlorenen Liebesobjekt" unter Berufung auf die Trauernden im Land und die Pietät zu unterbinden. Klaus Ottomeyer thematisiert und analysiert vor diesem Hintergrund die Trauer um Haider und die Idealisierung seiner Person. Die tiefe Betroffenheit von Teilen der Kärntner Bevölkerung und deren mediale Darstellung trafen außerhalb Kärntens auf Unverständnis. Welche Mechanismen dabei wirksam und welche Hoffnungen in die Person Jörg Haiders projiziert wurden, wird in der vorliegenden Studie untersucht.
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