Klaus von Beyme

Das Zeitalter der Avantgarden

Kunst und Gesellschaft 1905-1955
Cover: Das Zeitalter der Avantgarden
C.H. Beck Verlag, München 2005
ISBN 9783406535079
Gebunden, 995 Seiten, 58,00 EUR

Klappentext

Mit 104 Abbildungen. Wie sahen die kulturellen, politischen und gesellschaftlichen Bedingungen aus, unter denen die Künstler der Avantgarde ihre einflussreichen Werke schufen? Klaus von Beyme konzentriert sich auf die Zeit zwischen 1905 und 1955 und bietet einen faszinierenden Einblick in die künstlerischen Theorien und Experimente einer Epoche, die in besonderer Weise richtungsweisend für nachfolgende Generationen wirkte.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 08.12.2005

"Das Porträt der Moderne", dieser "fünfzig Jahre kontinuierlichen Zerfalls und Neubeginns", zu zeichnen, lautet die Absicht des Politikwissenschaftlers Klaus von Beyme. Und in den Augen des Rezensenten Christoph Heinrich ist ihm dies - wenn auch mit kleineren Abstrichen - gelungen. Erwähnenswert findet der Rezensent den von Beyme verfolgten Ansatz: Nicht die Werke, sondern "das gesprochene Wort" - in Gestalt von Manifesten und diversen Aufzeichnungen - bildet "das Fundament dieser Sozialgeschichte". In atemberaubendem Tempo, so der Rezensent, brettert Beyme im Jahrhundert hin und her, kolportiert sowohl "vollmundige Offenbarungen" - ohne sich jedoch von ihrem "spektakulären" Charakter vereinnahmen zu lassen - als auch Demütiges und zeigt das Bindungsgeflecht zwischen den Künstlern auf. Als störend empfindet der Rezensent allerdings, dass Beyme sich weniger für die Werke (die schlicht als kanonisch hingenommen werden) als für die politische Haltung der Künstler interessiert und diese mit Lob und Tadel bedenkt. Davon abgesehen, so der Rezensent, hat man es als Leser mit einem "sehr großen, sehr fleißig und gewissenhaft zusammengelesenen Zettelkasten" zu tun, der als "profundes Nachschlagewerk" gelten kann, "das eine Folie hinter den Werken aufspannt" und "die Bedingungen ihrer Produktion erhellt". Die Werke selbst, so der Rezensent abschließend, werden dem Leser dabei allerdings nicht näher gebracht, denn wie schon Goethe warnte ("Bilde, Künstler! Rede nicht"), ist das Künstlerwort keine Tür zu seinem Kunstwerk.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 07.12.2005

Klaus von Beymes Mammutwerk über das "Zeitalter der Avantgarden" hat Rezensent Heinz Schlaffer beeindruckt, auch wenn ihm die umfangreiche, mit zahlreichen Tabellen versehene kunstsoziologische Darstellung der internationalen Kunstbewegung von 1905 bis 1950 ein wenig zu stoisch anmutet. Als "gleichmütig" und "spröde" charakterisiert er das Werk, das Hunderte von europäischen und amerikanischen Künstlern, Dutzende von Orten und Gruppierungen, alle bekannten und viele weniger berücksichtigten Strömungen berücksichtigt. Beymes stelle einen Katalog von Merkmalen auf, mit denen die revolutionären Kunstbewegungen charakterisiert werden können, und räume der Theorie breiten Raum ein. Schlaffer hebt hervor, dass sich das Werk bewusst auf die Außenperspektive auf die Kunstwerke beschränkt, weswegen nur karge Schwarz-Weiß-Reproduktionen im Kleinformat den Text begleiten. "Noch nie", resümiert er, "ist ein so dickes, so materialreiches, so gerechtes und so kunstfernes Buch über die Avantgarde geschrieben worden."

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